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Ursachen von Zwangsstörungen


Die Ursachen für Zwangsstörungen, bzw. Ursache von Zwängen, bei denen sich der Erkrankte täglich in wiederkehrende gedankliche Muster und das stereotype Ausführen und Überprüfen bestimmter Handlungen verstrickt, können sehr vielfältig sein. Zur Ausprägung einer Zwangserkrankung können beispielsweise genetische Veranlagungen führen, aber auch psychische Belastungen.

Studien haben bereits mehrfach den Beweis angetreten, dass es in von Zwangsstörungen betroffenen Familien oft nicht bei Einzelfällen bleibt, sondern es zu einem gehäuften Auftreten dieser psychischen Erkrankung kommt. Allerdings lässt die erbliche Vorbelastung nicht den Schluss zu, dass die Krankheit tatsächlich ausbricht. Aber: Es gibt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit.

Miteinander lernen

Emotionen und psychische Belastungen

Bei den Ursachen muss auch die individuelle Gefühlswelt des betroffenen Jugendlichen in Betracht gezogen werden. Oft spielen hier Emotionen eine Rolle, die eng mit Ängsten verknüpft sind: Selbstzweifel, Angst vor Fehlern und Kontrollverlust, Unsicherheit. Aber auch starke psychische Belastungen wie beispielsweise Traumatisierungen, akute Lebenskrisen, Frustrationen oder chronische Stressoren sowie Verunsicherungen können eine Zwangserkrankung auslösen.

 

Die Diagnose

Behandlungsbedürftigkeit liegt dann vor, wenn der Betroffene durch seine Zwangshandlungen und/oder Zwangsgedanken in seinem täglichen Leben beeinträchtigt wird. Wichtig ist, dass eine Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen als Ursache stattfindet. So können beispielsweise auch Symptome von Depressionen und Schizophrenie Ähnlichkeiten mit Zwangsstörungen und Zwängen aufweisen.

Da Zwangssymptome oft auf das persönliche Umfeld bezogen sind, kann es im stationären Aufenthalt zunächst zu einer Besserung oder gar einem Ausbleiben der Symptome kommen. Hier muss abgewartet bzw. vorsichtige Konfrontation erwogen werden. Grundlage ist immer ein gutes Vertrauensverhältnis zum Therapeuten, da die Symptome oft schubweise auftreten und eine eingeschränkte Mitteilungsbereitschaft aus Schamgründen bestehen kann. Auch sind Verschiebungen möglich von einem Zwang zu einem anderen.

Die Merkmale einer Zwangserkrankung

  • Der Alltag des Betroffenen wird massiv durch Zwangshandlungen und/oder Zwangsgedanken beeinflusst und dessen Lebensqualität dadurch massiv beeinträchtigt.
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  • Es entsteht eine große innere Spannung, Unruhe und Angst, wenn die Zwangshandlungen nicht ausgeführt werden.
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  • Die Zwänge werden vom Erkrankten selbst als sinnloses Unterfangen erkannt und als quälend empfunden.
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  • Der Betroffene weiß, dass die Impulse nicht von außen kommen, sondern von seiner eigenen Person – also von innen heraus – angestoßen werden.

Therapiebausteine

Hilfe durch kognitive Verhaltenstherapie

Als effektivste Methode bei der Behandlung von Zwangsstörungen gilt die kognitive Verhaltenstherapie mit Exposition. Bei dieser Therapie wird der Erkrankte unter intensiver therapeutischer Begleitung bewusst immer wieder den Zwänge auslösenden Reizen ausgesetzt. So kann er lernen, die Angst und innere Anspannung, die bei einem Nichtausführen der Zwangshandlung entstehen, möglichst lange auszuhalten – bis hin zu jenem Zeitpunkt, ab dem diese Regungen wieder abklingen.

Voraussetzung ist eine sorgfältige Vorbereitung der Expositionsübungen. Die Schweregrade sollten niedrig beginnen, sich steigern und stets bewältigbar sein. Oft dauert daher die Vorbereitung länger als die eigentliche Expositionsbehandlung.

Medikamentöse Behandlung

In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung der Betroffenen nötig sein. Die eingesetzten Medikamente kommen dabei aus der Gruppe Antidepressiva, die vorrangig den Effekt des Botenstoffes Serotonin verstärken. Die Medikation unterstützt, aber ersetzt die Verhaltenstherapie nicht. In schweren Fällen sollte zuerst die Medikation angedacht werden, um den Schweregrad zu mildern und so überhaupt die Psychotherapiefähigkeit herzustellen. Die Dosierung liegt in der Regel höher als bei Depressionen oder Ängsten. Die medikamentöse Therapiedauer sollte mehrere Monate betragen, da sich der Effekt auch erst langsam aufbaut.