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„Burnout“ bei Jugendlichen


„Burnout“ existiert nicht als psychiatrische Diagnose. Ob die subjektive Erschöpfung psychiatrischen Krankheitswert hat, kann nur ein Facharzt, Psychologe oder Psychotherapeut beurteilen. Das „Burnout“-Syndrom und Depressionen zeigen mehrere ähnliche Symptome. In vielen Fällen können Depressionen als Folge eines „Burnout“ betrachtet werden. Denn: Je größer dessen Schweregrad, desto höher ist das Risiko für die Betroffenen, auch an einer Depression zu erkranken. So gilt die Ansicht, dass „Burnout“ und Depression als zwei separate Phänomene, die aber gemeinsame Charakteristika aufweisen, zu werten sind.
Bei einem fortgeschrittenen „Burnout“-Syndrom wird es auf den ersten Blick äußerst schwierig, „Burnout“ und Depression voneinander zu unterscheiden. Konnten die Betroffenen im frühen Stadium manchmal noch mehr Abstand von ihrer stressbedingten Situation gewinnen, hat sich das Überlastungsgefühl nun – neben Arbeit oder Schule – auf alle weiteren Lebensbereiche ausgeweitet und die Beschwerden erlangen die Dimension einer depressiven Erkrankung, aber auch andere Störungsbilder können Ausdruck einer Überlastung sein, z.B. Angststörungen.

„Mittlerweile geht man davon aus, dass Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene vom Burnout-Syndrom betroffen sein können. Schätzungen beziffern die Zahl der Heranwachsenden, die bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres ein „Burnout“ erleben, auf fast 15 Prozent ihrer Altersgruppe.

Gründe eines „Burnout“ bei Jugendlichen

Häufige Gründe für ein Burnout bei Jugendlichen sind vor allem der gestiegene Leistungsdruck in den Schulen, der zu großem schulischen Stress führt. Dieser kann allerdings auch durch eigene übersteigerte Erwartungshaltungen an Leistungsfähigkeit und Schulnoten verursacht sein.
Bei manchen der vom Burnout betroffenen Jugendlichen liegen noch andere schwer belastende Faktoren in der Schule vor: Stichwort Mobbing. Ständige Schikanen durch Mitschüler – oder auch gefühlte Ungerechtigkeit durch Lehrer – führen zu einer permanenten Stress- und Angstsituation sowie dauerhaften seelischen und körperlichen Anspannung. Dies ist der perfekte Nährboden für ein Burnout bei Kindern und Jugendlichen.

Burnout bei Jugendlichen

Natürlich können gleichermaßen chronische Belastungen in der Familie oder im sonstigen privaten Umfeld (z.B. Streitbeziehungen, dauerhafte Konflikte, finanzielle oder gesundheitliche Sorgen) die Energie und Lebensfreude rauben.

Signale eines drohenden „Burnouts“

Z.T. gibt es Signale, die auf einen seelischen Spannungszustand bei Jugendlichen hinweisen können. Dies können zum Beispiel selbstzerstörerische Tendenzen wie Ritzen sein oder das Greifen zu Suchtmitteln sein.
Daneben gibt es auch Depressionserscheinungen als Symptome eines „Burnout“: Die Jugendlichen können nicht mehr zur Schule gehen, sie ziehen sich zu Hause sehr zurück, meiden den Kontakt zu Gleichaltrigen und wirken resigniert und wenig belastbar. Oft treten diese Symptomatiken zusammen mit einem rapiden Leistungsabfall in der Schule auf. Der Tag-Nacht-Rhythmus entgleitet, das Leben findet im Internet statt.

Therapie des jugendlichen „Burnouts“

Wichtigstes Ziel ist, dass sich die vom Burnout betroffenen Jugendlichen künftig selbst besser vor äußerem Druck sowie Überlastungen und übersteigerten Selbsterwartungen schützen können und Techniken zur Konflikt- und Stressbewältigung sowie Achtsamkeit für eigene Bedürfnisse und Grenzen erlernen.
Bei einer stationären Behandlung kann die Psychotherapie mit verschiedenen weiteren Methoden kombiniert werden, z.B. kreativtherapeutischen Ansätzen, so dass eine intensivere, multimodale Therapie zum Einsatz kommt. Die hierfür notwendige gezielte interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Therapeuten ist in einer Fachklinik für Adoleszentenpsychiatrie, wie zum Beispiel bei HEMERA, am besten gewährleistet. Hier gibt es auch sehr gute Möglichkeiten, Jugendliche und junge Erwachsene gleicher Betroffenheit zusammenzubringen und mit ihnen gemeinsam gruppentherapeutisch zu arbeiten.
In schweren Fällen kann über das therapeutische Angebot hinaus auch eine begleitende medikamentöse Behandlung angebracht sein. Dies hängt von den Symptomen des „Burnouts“ ab und ist als flankierende Maßnahme der eigentlich zentralen Psychotherapie zu sehen.