Angststörungen

Angst hat eine wichtige Schutzfunktion: Sie bereitet uns in bedrohlichen Situationen auf Flucht oder Abwehr vor. Der Körper wird hierzu maximal aktiviert, der Herzschlag steigt, um das Blut schneller zu verteilen, das vegetative Nervensystem läuft auf Hochtouren – Schwitzen, raschere Atemfrequenz und höchste Wachsamkeit sind die Folgen. Diese Phänomene sind bei Angst normal und sinnvoll.

Krankhaft wird Angst, wenn sie unverhältnismäßig stark oder dauerhaft auftritt und den Alltag bestimmt, indem bestimmte Situationen vermieden werden. Zu den häufigsten Angststörungen zählen Phobien, Panikstörungen und generalisierte Angststörungen.

Phobien beziehen sich auf konkrete Objekte oder Situationen.

Panikstörungen äußern sich in plötzlichen Angstattacken ohne sichtbaren Auslöser mit gefühltem Kontrollverlust.

Von generalisierter Angst spricht man, wenn verschiedene Befürchtungen ineinander übergehen und letztlich Ängste in allen Lebensbereichen bestehen. Ohne Behandlung nehmen Ängste und Vermeidung zu, die Schwellen durch negative Erwartungen werden immer höher. Verlust von Alltagsfähigkeit und Selbstvertrauen sowie völliger Rückzug können die Folge sein.

Ängste und Zwänge

Zwangsstörungen äußern sich durch sich unwillentlich aufdrängende, wiederkehrende Gedanken oder Handlungen.

Zwangsgedanken sind oft beschämend oder sogar beängstigend, weil sie sich auch in tabuisierten, der Person ganz fremden Themen niederschlagen können.

Zwangshandlungen wie ständiges Waschen werden trotz des Wissens um die eigentlich fehlende Sinnhaftigkeit durchgeführt, da sonst Ängste oder sogar Panik wegen möglicher Folgen der Unterlassung auftreten.

Ängste und Zwänge sind somit symptomatisch, aber tatsächlich auch biologisch, eng miteinander verknüpft.

Rituale können Ängste verringern, das Verhindern von Zwängen wiederum Ängste auslösen. Manchmal werden Bezugspersonen, vor allem zu Hause, in ein regelrechtes „Zwangssystem“ einbezogen und „müssen“ sich an den Zwangshandlungen beteiligen, um Krisenzustände zu vermeiden.

Unser therapeutischer Ansatz

Therapeutisch steht in der symptomatischen Behandlung die Verhaltenstherapie im Mittelpunkt. Dabei lernen Patient*innen, sich schrittweise angstauslösenden Situationen auszusetzen (Exposition), um zu erleben, dass die überwertige Angst mit der Zeit nachlässt.

Auch bei Zwängen wird mit vorsichtiger Konfrontation im Sinne einer sukzessiven Unterlassung von Zwangshandlungen gearbeitet. Analoge Techniken kann man auch bei Zwangsgedanken anwenden. Bei schwereren Ausprägungen oder Chronifizierung kann eine begleitende medikamentöse Behandlung sehr sinnvoll sein, um die Umsetzbarkeit der Psychotherapie zu fördern.

Wesentlich ist zudem die individuelle Arbeit an ggf. zugrundeliegenden oder krankheitsaufrechterhaltenden Faktoren. In unserem ganzheitlichen Ansatz arbeiten wir daher mit multiprofessionellen Methoden an allen für den jungen Menschen relevanten Themen. Da das Zuhause meist hauptsächlicher Ort für die Durchführung von Zwängen ist (außerhalb wird z.T. kompensiert), gehören zur Entlassvorbereitung Beurlaubungen mit therapeutischen Hausaufgaben unter guter Vorbereitung auch der Bezugspersonen.

Mehr Infos?

Auf unserer Seite „Infomaterial/Downloads“ finden Sie Flyer und Broschüren zum Thema.

Wenn Ängste krankhaft werden – und das Leben beherrschen: Angst ist eines der ursprünglichsten Gefühle des Menschen. Sie sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionen, was in Gefahrensituationen lebenswichtig sein kann.

Menschen erleben Angst in unterschiedlicher Intensität. Die Grenze zwischen angemessener und krankhafter Angst ist subjektiv und oft fließend. Wird Angst überwertig und zum bestimmenden Gefühl, kann aufgrund von Vermeidungsverhalten oder hoher, Energie raubender Daueranspannung der Alltag nicht mehr gemeistert werden.

 

Kennzeichen überwertiger Angst

  • Die Angst ist für das Gegenüber spürbar, scheint aber sehr stark für die Situation und nicht nachvollziehbar.
  • Sie tritt häufig und langanhaltend auf.
  • Eigene Bewältigungsversuche scheitern.
  • Es kommt zu körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Schwitzen oder Unruhe.
  • Die Betroffenen entwickeln Erwartungsängste („Angst vor der Angst“).
  • Es erfolgt ein Rückzug aus Alltag und sozialen Kontakten.
  • Bestimmte Bedingungen werden gemieden oder fordern große Umstände im Tagesablauf.
  • In manchen Fällen werden Alkohol oder Drogen verwendet, um die Angst zu reduzieren („sich Mut antrinken“).
  • Panikstörung
    Plötzliche, intensive Angstattacken mit starken körperlichen Reaktionen. Situative Auslöser sind meist nicht vorhanden, die Panikattacken erfolgen unerwartet. Häufig besteht eine Angst vor der Angst.
  • Agoraphobie
    Starke Angst vor bestimmten Orten wie Plätzen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder Menschenmengen, denen man nicht so schnell entkommen kann. Die Orte werden gemieden, was die Angst noch verstärken kann.
  • Spezifische Phobien
    Übermäßige Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen, z. B. Tieren, Gewittern, medizinischen Eingriffen oder Höhen.
  • Soziale Phobie
    Angst vor der Bewertung durch andere. Betroffene fürchten, sich falsch zu verhalten oder negativ aufzufallen.
  • Generalisierte Angststörung
    Ständige Sorgen und Ängste über viele Lebensbereiche. Die Betroffenen sind dauerhaft angespannt, erschöpft und ziehen sich oft zurück.

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkankungen – laut einer Erhebung des Max-Planck-Instituts sind bis zu 14 % der Bevölkerung in Deutschland betroffen.

Äußere Faktoren

Auslöser können konkrete, belastende Ereignisse im Alltag sein (z.B. Mobbing-Erfahrungen, verunglücktes Referat), die ein zunehmendes Vermeidungsverhalten veranlassen (häufigere Schulfehltage, Kranksein an Tagen mit mündlichen Prüfungen etc.). Somit können keine korrigierenden Erfahrungen erfolgen und die Angst setzt sich fest. Sie wird auf ähnliche Bedingungen ausgeweitet („Erwartungsangst„) und schränkt immer mehr ein.

Angst kann aber auch ein theoretisches Konstrukt sein. Die selektive Aufnahme v.a. negativer Informationen bei ängstlichen Personen bedingt erhöhte Vorsicht, steigende Befürchtungen und in Folge Schwierigkeiten in der Alltagsbewältigung.

Spezifische Phobien sind oft schon bei jungen Kindern angelegt (vor Hunden, vor Spritzen) und können bis ins Erwachsenenalter überdauern, z.T. auch dann noch mit kind-typischer, irrationaler Dramatik.

Soziale Ängste sind besonders häufig im Jugendalter: Selbstunsicherheiten verstärken sich angesichts der erhöhten schulischen, alltäglichen und sozialen Anforderungen sowie des ggf. eigenen oder über Social Media vermittelten Perfektionismus-Anspruchs: Was denken andere über mich? Wie wirke ich? Wie sehe ich aus? Soziale Angst ist letztlich vorrangig eine Bewertungsangst.

Vereinzelte oder spezifische Ängste können sich unbehandelt ausweiten auf alle Lebensbereiche, dann spricht man von einer Generalisierten Angststörung.

Persönliche Anteile

Persönliche Anteile können sein: mangelndes Bewusstsein für eigene Stärken, unsichere Identität, Defizite bei altersentsprechenden Kompetenzen (sozialer Umgang, Alltagsbewältigung, Selbststrukturierung, Autonomie) und fehlende Selbstwirksamkeitserlebnisse.

Biologische Ursachen

Studien zeigen, dass nahe Verwandte von Betroffenen ein höheres Risiko für Angststörungen aufweisen. Dabei ist nicht nur die genetische Vererbung, sondern auch das erlebte Familienverhalten modellhaft relevant. Ängstlich veranlagte Eltern möchten ihre Kinder besonders schützen und raten ihnen häufiger als andere Eltern von Erprobungen neuer Erfahrungen ab. Das Handlungs- und Kompetenzspektrum kann dadurch tatsächlich etwas eingeschränkter sein und gleichzeitig fehlt es an eigenem Zutrauen.

Patient*innen mit Angststörungen zeigen Besonderheiten der Hirnfunktionen bezüglich Stressbewältigung und Emotionsregulation. Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin sind oft aus dem Gleichgewicht geraten. Das vegetative Nervensystem ist besonders aktiviert und es liegen erhöhte Stresshormonspiegel vor.

Diese Auffälligkeiten sind mit Behandlung reversibel.

Ohne Behandlung kann sich die Angst ausbreiten und im schlimmsten Fall alle Lebensbereiche beeinträchtigen. Diese sog. generalisierte Angststörung ist gekennzeichnet von ständigen Befürchtungen und Anspannung, so dass der Alltag oft nicht mehr bewältigt werden kann und sich die Betreffenden völlig zurückziehen.

Deshalb gilt: Je früher die Behandlung, umso besser! Und: Es gibt empirisch gut erwiesene Behandlungsmöglichkeiten!

Verhaltenstherapeutische Elemente
Am Anfang einer jeden Therapie von Ängsten steht die Erstellung einer sogenannten Angsthierarchie. Dabei werden Angstauslöser nach Wertigkeit gelistet. Diese Vorarbeit muss sehr gründlich erfolgen und benötigt manchmal relativ viel Zeit.

Aber nur so können die Konfrontationen mit den ängstigenden Bedingungen (sog. Expositionen), sich nach Schwergrad steigernd, abgearbeitet werden. Der Patient stellt sich der Situation und verbleibt darin, bis sich die Angst reduziert. Diese Umkonditionierung muss immer wieder geübt werden, um sie zu festigen. Jede abgebaute Angst erhöht die Freiheitsgrade und Lebensqualität des Patienten! Entscheidend sind die aktive Mitarbeit und Motivation des Patienten sowie ein gutes Vertrauensverhältnis zum Therapeuten.

Zudem lernen Betroffene in der kognitiven Verhaltenstherapie, dysfunktionale Denkmuster, die zu unangemessener Überbewertung führen, zu erkennen und alternative Gedanken und Handlungsweisen zu entwickeln.

Ganzheitliche Therapie
Neben der symptomzentrierten verhaltenstherapeutischen Arbeit und der Relativierung negativer Grundannahmen greifen wir alle Elemente auf, die das Auftreten und die persönliche Entwicklung des Patienten beeinträchtigen. Dazu können – individuell unterschiedlich – gehören:

  • der generelle Umgang mit Emotionen
  • die Kompetenz im Umgang mit Gleichaltrigen und Alltagsanforderungen
  • das Erlernen von Selbststabilisierungstechniken und Lösungsstrategien
  • das Üben von Selbstorganisation und Eigenverantwortung
  • die Festigung der eigenen Identität und Abgrenzungsfähigkeit
  • angemessene Fähigkeiten zur Selbstfürsorge
  • die Aufarbeitung von belastenden Ereignissen
  • die Verbesserung der innerfamiliären Kommunikation
  • das Finden einer passenden Perspektive

Medikamente
Bei schweren Angststörungen kann eine medikamentöse Behandlung unterstützen – besonders, um überhaupt eine Psychotherapie-Fähigkeit herzustellen. Eine Medikation ist niemals die alleinige Lösung bei Angsterkrankungen und auch nicht in jedem Fall erforderlich. Die Psychotherapie bleibt das zentrale Element!

Sofern ein Psychopharmakon in Frage kommt, nutzt man die Klasse der Antidepressiva. Diese wirken, in der Regel über das Serotonin-System, auch angstlösend, brauchen aber einige Wochen bis zur vollen Entfaltung. Von Benzodiazepinen ist wegen der Abhängigkeitsgefahr im Privatgebrauch auf jeden Fall abzuraten. Kurzfristig können sie bei starken Angstzuständen unter fachärztlicher Kontrolle aber hilfreich sein.

Die Gabe einer Medikation erfolgt – außer im Notfall – nur nach ausführlicher Aufklärung und Einwilligung von Patient und sorgeberechtigten Eltern (bei Minderjährigen immer, auf Wunsch auch bei jungen Erwachsenen).

Angst in Schule und Beruf

Schulvermeidung kann entstehen durch Trennungsängste. Diese betreffen vor allem jüngere Kinder, etwa bei Einschulung, wenn sie sich nicht vom Zuhause bzw. den Eltern lösen oder sich die neue Situation nicht zutrauen können.

Oft kommt es zu starken emotionalen Reaktionen beim Versuch des Abschieds, es wird der Schutz des Vertrauten, der Eltern gesucht. Aber auch familiäre Konflikte, bei denen sich das Kind als Vermittler zwischen den Eltern sieht, oder die Sorge um kranke Eltern können zur Schulverweigerung führen: Das Kind hat die Befürchtung, dass in seiner Abwesenheit etwas Unkontrollierbares zu Hause geschieht und erlaubt sich deshalb nicht das Fernbleiben .

Schulverweigerung im Sinne von Schulschwänzen ist dahingegen durch Lustlosigkeit und mangelnde Anstrengungsbereitschaft gekennzeichnet. Oft kommen anderweitige Regelverstöße oder oppositionell-provokatives Verhalten hinzu. Dennoch können sich dahinter depressive Verstimmungen oder andere Störungen wie ADHS verbergen. Die Jugendlichen verlassen das Haus problemlos, gehen aber bewusst nicht zur Schule.

Schulangst bezeichnet die Angst konkret vor der Institution Schule. Dies kann auf Mobbing, Ausgrenzung in der Klasse oder Ängste vor Leistungsversagen zurückzuführen sein, kann bestimmte Fächer, Lehrer oder Mitschüler betreffen. Besonders mündliche Prüfungsformen, Referate, aber auch der empfundene Leistungsdruck bei Schulaufgaben und anderen schultypischen Szenarien lösen Anspannung aus.

Schon am Vorabend, spätestens am Morgen verstärkt sich das Unwohlsein in ein Krankheitsgefühl mit diffusen Symptomen (Kopf-, Bauchschmerzen, Übelkeit) und Widerstand gegen den Schulbesuch. Die Situation ist für Eltern schlecht aufzulösen in der Hektik des Morgens, nachvollziehbare Folge ist die Erlaubnis zu Hause zu bleiben bzw. Krankschreibung.

Der Jugendliche erfährt hierdurch (kurzfristig) eine immense Entlastung, wonach er im Weiteren unbewusst immer mehr streben wird, gleichwohl wissend, dass sich das Schulproblem so nicht lösen wird. Typischerweise sind schulängstliche Personen an Wochenenden und in den Ferien beschwerdefrei.

Spezifisch für die Schule oder das Studium gibt es auch die isolierte Prüfungsangst zu benennen, der meist hoher eigener oder/und äußerer Leistungsdruck zugrunde liegt.

Die steigende Anspannung vor der Prüfung beeinträchtigt tatsächlich die Konzentrationsfähigkeit und verschlimmert somit die Versagensbefürchtungen. Schlaflosigkeit, panisches, ineffektives „Lernen“ und Erschöpfung führen im schlimmsten Fall zur selbsterfüllenden Prophezeiung eines tatsächlichen Blackouts oder einer Dekompensation „vor versammelter Mannschaft“. Am Ende steht ein Teufelskreis aus Selbstzweifeln und Fehlzeiten, daher tatsächlichen Misserfolgen und weiter erhöhtem Stress.

Soziale Phobie ist sehr kennzeichnend ab dem Jugendalter. Im Kern steckt die ständige Angst vor negativer Bewertung durch andere. Betroffene hinterfragen sich permanent, werten sich selbst ab und sind dauerangespannt. Sie meiden soziale Situationen, zunächst solche, in denen sie exponiert sind, im Verlauf kann sich die Bewertungsangst aber sogar auf anonyme Begegnungen in der Öffentlichkeit ausdehnen, so dass sich manch einer vollständig zu Hause zurückzieht.

Je früher es gelingt, die Problematik innerhalb der Familie anzusprechen bzw. Vorahnungen nicht wegzuwischen, umso besser.

Oft ist Angst schambesetzt: Andere kriegen das alles hin, warum ich nicht? Angst vermittelt ein Ohnmachtsgefühl und Schwäche. Ängstliche Menschen sind sehr sensibel, möchten sich anpassen, funktionieren, den Eltern keine Sorgen bereiten. Es ist für die Betreffenden aber wichtig zu wissen, dass sie ernst genommen und unterstützt werden! Erste externe Ansprechpartner für Familien könnten Kinder- oder Hausärzte sein, Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen und soziale Beratungsstellen.

Wichtig: Chronische Krankschreibungen helfen nicht, sind sogar schädlich, denn sie stützen das Vermeidungsverhalten!

Wenn der Alltag nicht mehr gelingt, sollte nicht zu lange gewartet werden. Mittel der Wahl ist dann eine zumindest teilstationäre, besser (weil die morgendliche Anreise entfällt): vollstationäre Behandlung. Für einen Angstpatienten liegt hier nachvollziehbar eine besonders hohe Hürde: Gleich zu Therapiebeginn werden größte Ängste konfrontiert, wie Trennung aus dem gewohnten Umfeld, Treffen auf eine fremde Umgebung, Integration in eine Gruppe fremder Mitpatienten.

Was wir konkret anbieten

  • Unsere Klinik weist ein geschütztes Setting mit WG-ähnlicher Atmosphäre und altersgleichen, ebenfalls sensiblen Mitpatienten auf. Viel gegenseitiges Verständnis und Rücksicht ermöglichen motivierende, neue Erfahrungen!
  • Wir beraten Familien gerne, wie sie bei Ängsten die Anreise gestalten und zu einer gelingenden Aufnahme beitragen können.
  • Wir unterstützen intensiv das Ankommen und die Integration durch feste Ansprechpartner (z.B. persönlicher Psychotherapeut, Bezugsbetreuer, Patienten-Tutor).
  • Wir starten zum Vertrauensaufbau zunächst mit Einzeltherapien und erweitern auf Gruppen erst später, um zusätzliche Überforderung zu vermeiden.
  • Räumlicher Abstand vom eigenen Alltag bietet erst einmal auch Entlastung: Das Gefühl, es jeden Morgen nicht zu seinen Pflichten zu schaffen, wird ausgesetzt. Der Fokus darf sich nun ganz auf die Bedürfnisse des Patienten richten, um für sich selbst eine Entwicklung zu erreichen.
  • Als Klinik können wir wesentlich intensivere und vielfältigere Therapien anbieten als ambulant: Für den emotionalen Zugang bereichern Kreativ- und tiergestützte Verfahren die Psychotherapie; die sog. Milieutherapie durch den Pflege- und Erziehungsdienst unterstützt den Transfer von Therapie-Inhalten in den Alltag.
  • Alterstypische Themen werden z.T. im Miteinander ähnlich Betroffener angegangen, z.B. Umgang mit Emotionen, Festigung sozialer Kompetenzen, positives Körperbild, Autonomie-Entwicklung, Übernahme von Eigenverantwortung.
  • Bei schulbezogenen Ängsten kann der Unterricht in den Hauptfächern dennoch fortgesetzt werden: die hausinterne Klinikschule bietet sehr niedrigschwellig Beschulung einzeln oder in Kleinstgruppen an; bei Auszubildenden oder auch angehenden Akademikern kann in der Arbeitstherapie exemplarisch an typischen Befürchtungen geübt werden: Ich kann gar nichts, ich weiß nicht weiter, wie soll ich dieses Problem angehen usw.
  • Unser ganzheitlicher Ansatz bezieht altersentsprechend und nach Bedarf gerne die Familie ein, bis hin zur Familientherapie (z.B. bei Trennungsängsten).
  • Spezialisierte Programme wie „Fit-for-Life“, Bewerbungs- und Haushaltstrainings vermitteln Sicherheit in der Rolle des Erwachsenwerdens.
  • Schulisch-berufliche Perspektivenfindung in der sozialpädagogischen Einzelberatung hilft bei der konkreten Planung der nächsten Zukunft.
  • Nach fortgeschrittener Stabilisierung erfolgt die stufenweise Rückführung in Schule oder Ausbildung in Kooperation mit lokalen Schulen/Betrieben. Zur Vorbereitung auf den Alltag: Probebeurlaubungen ins eigene Umfeld dienen dem Transfer die Therapiefortschritte ins eigene Leben und gewährleisten eine strukturierte Entlassung.