FAQ – häufig gestellte Fragen
Allgemeines zur Klinik
Ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist, hängt in erster Linie von der Ausprägung der Krankheit und den damit verbundenen Symptomen ab. In der Regel erfolgt zunächst eine ambulante Behandlung. Sind deren Möglichkeiten erschöpft oder ist der Zustand zu akut bzw. der Alltag kann nicht mehr gemeistert werden, empfiehlt sich der Schritt in eine stationäre Therapie. Dasselbe gilt, wenn die soziale Integration gefährdet ist und die Krankheitssymptome das Leben beherrschen.
Schließlich erhalten die Patient*innen hier ein umfassendes, individuelles Programm mit perfekt aufeinander abgestimmten Therapien, das in dieser Form ambulant nicht möglich wäre. Die betroffenen Menschen werden aus dem mitunter sehr belastenden Alltag herausgelöst und haben die Gelegenheit, sich auf ihre inneren Themen zu konzentrieren und gemeinsam mit den Therapeuten neue, positive Perspektiven zu schaffen. Der Rahmen mit wesensähnlichen, sensiblen Gleichaltrigen in vergleichbarer Situation ermutigt zu sozialer Aktivität und stellt einen wichtigen unterstützenden Faktor dar.
Zielgruppe unserer Klinik Menschen vom Jugendalter bis zum jungen Erwachsenenalter mit psychischen Erkrankungen wie Angst, Depression, Ess‑ oder Zwangsstörungen, hochfunktionalem Autismus oder reaktiven/posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie befinden sich noch in Schule, Ausbildung oder Lebens-Orientierung (ca. 14 bis 27 Jahre). Zudem ist der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter per se eine enorme Herausforderung durch Schul- und Ausbildungsaspekte, familiär-partnerschaftliche Fragestellungen, Autonomie-Entwicklung und Identitätsfindung, sodass Reifungskrisen entstehen können. Um nicht mitten in diesem Prozess am 18. Geburtstag von der Kinder- und Jugendpsychiatrie in die Erwachsenenpsychiatrie wechseln zu müssen, bieten wir eine Synergie-Behandlung zwischen den beiden Fachgebieten im selben Haus an.
Aufnahmekriterien:
Freiwilligkeit, Veränderungsmotivation, aktive Bereitschaft für die Behandlung, ausreichende Begabung für Psychotherapie, Absprachefähigkeit (d.h. verlässliches Melden bei Krisen, ausreichende Selbstkontrolle)
Ausschlusskriterien:
Suizidalität, extreme Labilität, fehlende Absprachefähigkeit, Bedarf einer 1:1-Betreuung, Psychosen, Störung des Sozialverhaltens mit hohem pädagogischem Bedarf.
Wichtig: Wir behandeln nicht den Übergang vom Kind zum Jugendlichen! Hierfür empfehlen wir eine klassische Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Als einzige Klinik in Deutschland ist die HEMERA spezialisiert auf Heranwachsende, ohne am 18. Geburtstag eine Trennung zu setzen. Wir bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das alle Lebensbelange (Persönlichkeitsentwicklung, Schule/Beruf, Familie, Autonomie, soziale Kompetenzen) berücksichtigt.
Die hochindividuelle Einzeltherapie umfasst neben der Psychotherapie auch zwei kreative Therapie-Verfahren (u.a. Arbeits-/ Ergo-, Kunst-, Musik-, Tanz-, Bewegungs-, Sporttherapie, intuitives Schreiben), um einen besseren emotionalen Zugang zu erreichen, rationale Denkmuster zu durchbrechen und Therapie-Inhalte greifbarer zu machen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Gruppentherapie-Angebote, die typische Symptome dieser Altersspanne adressieren (Umgang mit Anspannung und überwältigenden Emotionen, Training sozialer Kompetenzen, Körperwahrnehmung usw.).
Wir arbeiten mit der jugendpsychiatrisch typischen Milieutherapie, d.h. unser Pflege- und Erziehungsdienst gewährleistet durch einen persönlichen Bezugsbetreuer, Therapie-Inhalte in den Alltag zu übertragen und zu üben.
Durch unseren Sozialdienst findet eine umfassende, individuelle Perspektivenplanung zu Schule, Beruf, Wohnsituation, weiterführenden Hilfen statt. Die Klinikschule erlaubt Schülern, am Schulstoff der Hauptfächer dranzubleiben. Durch unsere Arbeitstherapie können wir auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereiten. Wir kombinieren Kinder‑/Jugend‑ und Erwachsenenpsychiatrie unter einem Dach und setzen auf eine positive, motivierende Atmosphäre.
Eine weitere Besonderheit: Durch unsere Spezialisierung auf internalisierende Patient*innen bieten wir einen geschützten Rahmen für besonders sensible junge Menschen, die von einem rücksichtsvollen, unterstützenden Milieu mit wesensähnlichen Mitpatient*innen gleichen Alters profitieren.
Wir haben ein multiprofessionelles Team mit Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Kreativtherapeut*innen (Kunst-, Musik, Tanz, Bewegungs-, Sport-, Reit-, Arbeitstherapeuten), Sozialpädagogen für die individuelle Zukunftsberatung, Krankenschwestern/-pfleger und Erzieher*innen (rund um die Uhr) im sog. Pflege-/Erziehungsdienst, sowie Ernährungsfachkräften.
Über die staatliche Schule für Kranke sind uns feste Lehrkräfte für die Hauptfächer zugeordnet (die Unterrichtsräume befinden sich im Haus, oft Einzelunterricht oder maximal Kleinstgruppen). Unsere Verwaltungsmitarbeiter*innen helfen bei Bürokratie und Organisation und sind erste Ansprechpartner am Telefon für Interessenten. Durch das Hauswirtschaftsteam wird für Wohlfühlatmosphäre und das leibliche Wohl gesorgt. Insgesamt rund 70 Mitarbeiter*innen stehen für ein persönliches, familienorientiertes Setting mit vielen Angeboten.
Die HEMERA Klinik bietet als rein vollstationäre Behandlung 36 Plätze an. Der Rahmen bleibt somit überschaubar und sehr persönlich. Es gibt kein geschlossenes Setting und somit keine akuten Selbst- oder Fremdgefährdungen. Wir prüfen im Vorfeld über Befunde und Gespräche sorgfältig, ob unser Rahmen für den jeweiligen Jugendlichen/jungen Erwachsenen passt, so dass wir in der Regel ein sehr homogenes, geschütztes Umfeld für sensible junge Menschen gewährleisten können.
Bad Kissingen gehört mit seinen prachtvollen historischen Bauten zum Weltkulturerbe. Üppig bepflanzte Parkanlagen mit fast schon mediterranem Flair, der Saale-Fluss, der sich durch die Kuranlage schlängelt und das malerische Stadtzentrum mit Einkaufsmöglichkeiten sind nur wenige Gehminuten entfernt.
Die HEMERA Klinik befindet sich in einer schönen, denkmalgeschützten Villa mit großem, für die Öffentlichkeit nicht zugänglichem Klinikpark. Klinik-untypisch verfügen wir nicht über Stationen, sondern die Unterkünfte verteilen sich wohnlich in einem Gebäudeteil, wo auch Gemeinschaftsräume, der Stützpunkt des Pflege- und Erziehungsdienstes (24h besetzt) und der lichtdurchflutete Speisesaal zu finden sind.
Die Patient*innenzimmer sind geschmackvoll mit modernstem Komfort ausgestattet und verfügen jeweils über ein eigenes Bad. Einige besonders exklusive Zimmer strahlen den besonderen Charme eines historischen Gebäudes aus, indem sie einen Erker oder Wintergartenbereich aufweisen bzw. besonders groß oder schön mit Ausblick gelegen sind.
Wir haben Einzel- und max. Zweibettzimmer. Einzelzimmer können gegen Aufpreis gewählt werden. Bei Zweier-Belegung achten wir auf ähnliches Alter und ggf. zu berücksichtigende therapeutische Aspekte. Das Zimmer ist ein Rückzugsort und daher legen wir Wert darauf, dass sich die Patient*innen darin wohlfühlen.
In anderen Gebäudeteilen befinden sich die Kreativtherapie-Räume (u. a. Sporthalle, Atelier, Holzwerkstatt), eine Lehrküche, ein Fitness–Studio, die charmanten kleinen Schulräume (Einzel- oder Kleinstgruppenunterricht) sowie die Büros der Psychotherapeut*innen und des Sozialdienstes (für die Zukunftsberatung).
So lange, bis ein Alltag wieder gut bewältigt werden kann!
Die Entscheidung für die Aufnahme in eine psychiatrische Klinik fällt in der Regel erst nach einer längeren Vorgeschichte oder/und bei schwererer Ausprägung der Symptome. Da es oft sehr vielschichtige Faktoren sind, die dem Krankheitsbild zugrunde liegen, bedarf es einer sorgfältigen, alle Aspekte umfassenden Herangehensweise.
Nach der Aufnahme steht neben Diagnostik der Aufbau eines therapeutischen Vertrauensverhältnisses im Vordergrund. Das benötigt manchmal Zeit und lässt sich nicht erzwingen, ist aber unabdingbar, um gut in tiefere Inhalte einsteigen zu können. Wenn sich eine Verbesserung des Befindens und ein Therapiefortschritt abzeichnen, wird durch therapeutische Beurlaubungen nach Hause der Transfer in das eigene Umfeld geübt. Die Entlassung erfolgt sinnvollerweise erst, wenn diese Erprobungen stabil verlaufen sind. Dann erfolgt eine Übergabe an den weiter behandelnden ambulanten Psychotherapeuten, der beiträgt, den Erfolg zu erhalten und ggf. noch offene Themen weiter zu bearbeiten.
In Summe ist zu ersehen, dass in der Regel von einem Aufenthalt ab acht Wochen aufwärts auszugehen ist, um wirklich nachhaltig wirksam sein zu können. Die Entwicklungsschritte in dieser Zeit können aber mitunter enorm sein. Eine vollständige Behandlung in diesem Alter kann, weil es oft anteilig um verbesserbare Reifungsprobleme geht und noch sehr viele Dinge in Entwicklung und somit veränderbar sind, zu einer sehr guten Prognose führen. Dafür wäre es optimal, sich bei Aufnahme wirklich die Zeit zu geben, die individuell erforderlich ist, bis die Beschwerden deutlich gemindert und Selbstwert, Kompetenzen und Ich-Stärke verbessert sind.
Ein festes Datum für die Entlassung schon im Kopf zu haben, löst oft einen Leistungsstress aus („Ich muss ein guter Patient sein“), der erst recht blockiert. Grundsätzlich gilt aber, dass wir die Klinikzeit so kompakt wie möglich halten und alltagsnah arbeiten, damit das Leben bald wieder aufgenommen werden kann.
Organisation & Kosten
Vor einer Aufnahmeentscheidung ist es für alle Beteiligten wichtig zu wissen, ob wir die richtige Klinik für Sie sein können. Nur dann ist nämlich eine erfolgreiche Therapie möglich.
Deshalb wird bei einem stationären Aufnahmewunsch, in der Regel zunächst ein Telefongespräch mit der Chefärztin Frau Prof. Mehler-Wex vermittelt. In diesem Rahmen können Sie die bestehende Situation und die vorliegenden Beschwerden schildern. Wir können unsererseits dann die Behandlungsindikation prüfen und Sie haben gleichzeitig die Gelegenheit, sich zu informieren und die für Sie wichtigen Fragen zu stellen.
Bitte stellen Sie uns zur weiterführenden Information Befunde aus Vorbehandlungen zur Verfügung. Im individuellen Bedarfsfall kann im Nachgang zum Telefonat auch ein persönlicher Vorstellungstermin vor Ort vereinbart werden.
Die grundsätzliche Voraussetzung einer stationären Behandlung in der HEMERA Klinik ist eine Kostenübernahmeerklärung Ihres jeweiligen Kostenträgers (Krankenversicherung, Beihilfestelle). Aus diesem Grund ist bitte von Ihrer Seite dort zunächst ein Antrag auf Kostenübernahme zu stellen. Gerne setzen wir uns bei Bedarf mit Ihrer Krankenversicherung oder Beihilfestelle in Verbindung, um Sie bei der Kostenübernahme für den Aufenthalt in der HEMERA Klinik zu unterstützen.
Die HEMERA Klinik ist eine nach § 30 Gewerbeordnung zugelassene Privatkrankenanstalt. Da die Klinik nicht im Krankenhausbedarfsplan aufgenommen ist und wir auch keine Versorgungsverträge nach §§ 107/108 SGB V anstreben, können in der Regel im Rahmen einer stationären Krankenhausbehandlung problemlos nur Patient*innen privater Krankenversicherungen, Beihilfestellen und selbstzahlende Patient*innen aufgenommen werden. Jedoch sind viele gesetzlichen Krankenkassen bereit, im Einzelfallverfahren die anfallenden Behandlungskosten ganz oder zu großen Teilen zu übernehmen. Bitte setzen Sie sich in diesem Fall mit Ihrer Krankenversicherung in Verbindung – gerne unterstützen wir Sie bei Ihren notwendigen Verhandlungen.
Alltag & Freizeit
Wir wissen, dass der Schritt in eine Klinik nicht leichtfällt und bemühen uns sehr, das Einleben in unserem Haus so angenehm wie möglich zu gestalten.
Dazu gehören das ausführliche Aufnahmegespräch und das Kennenlernen des zuständigen Psychotherapeuten, das Zeigen und Erläutern unserer Räumlichkeiten und Abläufe durch einen Patient*innen-„Tutor“, sowie ein direkt ab Aufnahme persönlich zuständiger Bezugsbetreuer aus dem sogenannten Pflege- und Erziehungsdienst, der im Klinikalltag persönliche Unterstützung bietet.
Die Tagesstruktur ist geprägt durch gemeinsame Mahlzeiten in kleinen, festen Tischgruppen.
Fest eingeplant ist zudem jeden Werktagabend eine rund zweistündige Medienzeit zur privaten Nutzung (Kontaktpflege usw.). Die Beschränkung besteht deshalb, um am restlichen Tag den Fokus auf die Therapie, das persönliche Miteinander und reale Leben legen zu können. Sollten Medien zum Schulgebrauch o. ä. erforderlich sein, werden sie dafür natürlich gezielt zusätzlich zur Verfügung gestellt.
Die Atmosphäre ist WG-artig mit einer überschaubaren Anzahl wesensähnlicher, eher introvertierter Gleichaltriger.
Jede*r Patient*in erhält am Wochenbeginn einen individuell abgestimmten Wochenplan mit den persönlichen Therapie-Terminen. Zur Vertrauensbildung beginnen wir zunächst mit Einzeltherapie-Terminen (Psychotherapie, zwei Kreativtherapien), ggf. Schulunterricht (einzeln oder in Kleinstgruppen), dann folgen zudem individuell ausgewählte Gruppenangebote.
Ebenso gibt es gemeinsame Aktivitäten und Freizeit. Ausgänge sind unter Ab- und Rückmeldung bei stabilem Befinden täglich möglich, auch außerhalb des Klinikgeländes, jedoch sind die Therapie-Termine pünktlich einzuhalten. Realitätsnähe wird gewährleistet z.B. durch mögliche Teilnahme in lokalen Vereinen für neu- oder wiederentdeckte Hobbies, im Verlauf ggf. Außenschulbesuche oder Praktika. Das nur fünf Gehminuten entfernte Ortszentrum mit guter Infrastruktur sowie die öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen effektive Alltagserprobungen.
In der Freizeit kann nach Einweisung das hausinterne Fitnessstudio genutzt werden. Es gibt außerdem eine Laufgruppe und Nordic Walking sowie einen Kreativraum, Tischkicker und Billardtisch, im Klinikpark viele schöne Aufenthaltsbereiche und ein Volleyballfeld. In einer Kooperationsklinik gegenüber kann unter bestimmten Bedingungen das lichtdurchflutete Hallenschwimmbad benutzt werden.
An den Wochenenden können nach Absprache Besuche empfangen werden oder die Patient*innen planen gesunderweise altersentsprechende Unternehmungen miteinander. Da viele Patient*innen von weit her kommen, erhält nicht jede*r jedes Wochenende Besuch, so dass immer genügend Gemeinschaft vorhanden ist. Die Besuchszeit darf gerne, sofern es keine therapeutischen Einschränkungen gibt wie z.B. bei Essstörung, außerhalb der Klinik verbracht werden. Freistellungen von Mahlzeiten (Tagesbeurlaubungen) sind nach Absprache mit dem zuständigen Psychotherapeuten möglich.
Wir empfehlen Besuche erst ab dem zweiten oder dritten Aufenthaltswochenende, um das soziale Einleben vor Ort zu fördern.
Im weiteren Behandlungsverlauf gibt es zudem sogenannte therapeutische Belastungserprobungen nach Hause, um die Tragfähigkeit der erarbeiteten Therapie-Inhalte zu proben und die Entlassung vorzubereiten. Diese therapeutischen Beurlaubungen werden individuell geplant, müssen durch uns offiziell bei der Krankenversicherung angekündigt und begründet werden und dauern ggf. mehrere Tage (z.B. für den Besuch der Heimatschule usw.).
Ansonsten sind bei wichtigen Gründen einzelne Beurlaubungen über eine Nacht am Wochenende nach Rücksprache möglich. Eine ausreichende Stabilität ist dafür Voraussetzung und es ist zu empfehlen, diese erst nach einem gewissen Entwicklungsprozess anzutreten, um die positive Veränderung wahrzunehmen und nicht in belastende vorstationäre Emotionen zurück zu fallen.
Die HEMERA Klinik liegt sehr zentral, nahe Kurpark, Rosengarten und Stadtzentrum.
Bad Kissingen ist eine kleine, sehr gepflegte Kurstadt mit großem Wohlfühlfaktor – perfekt, um zur Ruhe zu kommen und neue Energie zu tanken. Die Anerkennung als Weltkulturerbe ist den prachtvollen Gebäuden und der wunderschönen Kuranlage geschuldet. Die Stadt ist umgeben von viel Natur, Parks und Spazierwegen, die sich super zum Abschalten eignen. In der Nähe befindet sich ein hübscher Tierpark. Die Innenstadt ist gemütlich und überschaubar – man findet sich schnell zurecht und fühlt sich sicher.
Gleichzeitig ist die Infrastruktur hervorragend: es gibt viele Geschäfte in Fußnähe, sehr ansprechende Gastronomie, die exklusive Kissalis-Therme sowie ein malerisches Terrassen-Schwimmbad im Sommer, sehr viele kulturelle Angebote und den schönen Saale-Strand direkt im Zentrum.
Besucher können sich für einen Wochenendbesuch gut einquartieren – die Wahl vom mondänen Grandhotel über persönliche Boutique-Hotels bis zu kleinen Pensionen.
In Bad Kissingen sind sämtliche Schulformen vertreten und mit uns in guter Kooperation, so dass wir zu Erprobungszwecken Außenschulbesuche ermöglichen können. Es gibt auch viele Betriebe, die sich für Praktika anbieten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man gut angebunden, so dass auch Ausflüge in die nächstgrößeren Städte Schweinfurt oder Würzburg gut realisierbar sind.
Ja, WLAN ist verfügbar, man kann sich über ein Ticket-System in der Medienzeit einwählen.
Persönliche Medien gehören zum Leben und dürfen selbstverständlich mitgebracht werden. Die Medienzeit zur freien privaten Nutzung ist werktags beschränkt auf zwei Stunden am Abend, um sich besser auf sich selbst, die Therapie und das aktive Leben und Miteinander fokussieren zu können. Sollten Medien zum Schulgebrauch o. ä. erforderlich sein, werden sie dafür natürlich gezielt zusätzlich zur Verfügung gestellt. Wer gerne Musik hört oder elektronische Bücher liest, müsste diese bitte auf Geräte laden, die nicht internetabhängig sind. Diese sind den ganzen Tag verfügbar.
Verpflegung
Die drei Haupt- und (für Patient*innen mit Essstörungen) Zwischenmahlzeiten finden täglich zu festen Zeiten gemeinsam statt und sind als Buffet vorgesehen. Es gibt sehr viel Auswahl an Backwaren, Obst/Salat/Gemüse, Brotaufstrichen und -belägen, Cerealien, Joghurts etc. Das warme Mittagessen bietet Wahlmöglichkeiten (auch vegetarisch und teilweise vegan) und kann im Vorfeld ausgewählt werden.
Wichtig: Für Patient*innen mit Essstörungen ist vegane Ernährung im Therapie-Prozess nicht sinnvoll, da diese nicht alle erforderlichen Mikronährstoffe abbildet und Substitutionen erforderlich sind. Wir bieten aber gerne vegetarische Kost an.
Es gibt einen Patient*innen-Kühlschrank, einen Vorratsschrank sowie eine eigene Box für Snacks, die aber separat vom Zimmer aufbewahrt wird, in denen mitgebrachte, eigene Lebensmittel gelagert werden können.
Ein verantwortungsvoller Gebrauch ist dabei Voraussetzung. Bei Patient*innen mit Essstörungen bestehen gesonderte Regeln. Im Zimmer sind keine Lebensmittel erlaubt. Wasser und Tee stehen immer zur Verfügung.
Grundsätzlich nicht erlaubt: Alkohol sowie auch alkoholfrei deklarierte Cocktails (Mocktails und Virgin Cocktails), Proteinpulver, Energydrinks und koffeinhaltige Getränke.
Therapie & Behandlung
Zentral ist die individuelle Einzelpsychotherapie, die im Verlauf um Gruppentherapien ergänzt werden kann (z.B. Soziales Kompetenz- oder Skillstraining, Entspannungsverfahren, Genusstraining, Körperbildgruppe, Theatertherapie, Heilsames Singen, Traumapädagogik, After-Eat-Gruppe). Jede*r Patient*in erhält zudem zwei Kreativtherapien wie Kunst-, Musik-, Arbeits-, Bewegungs- Tanztherapie im Einzel. Sozialberatung zur Perspektivenplanung findet ebenfalls im persönlichen Einzelgespräch statt.
Bei Schülern ist innerhalb der bayerischen Schulzeit hausinterner Klinikschulunterricht in den Hauptfächern in kleinen Gruppen oder einzeln als staatliche Leistung gewährleistet (Umfang ca. 2h pro Tag). Als Vorbereitung auf das Berufsleben können typische Herausforderungen in der Arbeitstherapie mit Holzschreinerei und Gartenbereich geübt werden (auch für angehende Akademiker geeignet – es geht um den Umstand, „neu und unwissend“ zu sein!).
Zur Unterstützung der autonomen Lebensführung sind Fit-for-Life-Seminare oder Bewerbungstrainings der Sozialpädagogen sowie Haushalts-/ Verselbständigungstraining durch den Pflege- und Erziehungsdienst gedacht. Weitere Angebote sind tiergestützte Therapie mit Hund oder Pferd (wunderschöner Reiterhof, der in Mitarbeiterbegleitung mit einem Fahrdienst erreicht wird), Aqua-Therapie und Aqua-Fun im sehr schönen Hallenschwimmbad einer gegenüber liegenden Kooperationsklinik.
Der Schritt in eine Klinik mit fremden Menschen und unbekannter Umgebung fällt nachvollziehbar Vielen schwer. Daher setzen wir alles daran, das Einleben besonders gut und persönlich zu begleiten.
Wir starten zunächst mit Einzeltherapien, um dort ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können. Mit Kennenlernen und Vertrautwerden mit den Mitpatient*innen ist im Weiteren die Hürde zur Teilnahme an Gruppentherapien nicht mehr so hoch. Auch die Anderen haben ihre Nöte und Unsicherheiten, der Umgang ist rücksichtsvoll und es entsteht ein besonderer Schutzrahmen.
Niemand wird bei uns zu etwas gezwungen. Die Gruppentherapien behandeln aber Symptome und Probleme, die in dieser Altersphase besonders verbreitet sind. Nicht jede*r benötigt jedes Gruppenangebot, aber einzelne Gruppen gehören im Verlauf eigentlich immer dazu, sonst würde zu viel von unserem Angebot ungenutzt bleiben.
Wir helfen beim Einstieg in die Gruppe, besprechen gerne im Einzel-Setting die Situation vor oder nach. Es ist auch Teil der Therapie, sich Ängsten zu stellen, Neues auszuprobieren und daran zu wachsen. Wenn Angst der Grund für Vermeidung ist, sollte dies behutsam angegangen werden, sonst breitet sich das Vermeidungsverhalten immer weiter aus und der Handlungsspielraum verkleinert sich – das wäre natürlich nicht im therapeutischen Sinne!
Grundsätzlich schlägt zunächst der aufnehmende und hauptzuständige Psychotherapeut „als Insider“ unserer Angebotslage die anfänglichen Therapie-Formen vor. Im Verlauf können aber selbstverständlich Anpassungen erfolgen oder Gegenvorschläge gemacht werden.
Wenn jemand auf keinen Fall Kreativ-Therapie xy machen will, wird er dort auch nicht eingeteilt. Gegen den Willen muss sowieso nichts gemacht werden. Sollten aber Angst und Vermeidung dahinterstecken, würden wir das gerne in die Psychotherapie einbeziehen und gemeinsam überlegen, ob nicht das Sich-Doch-Trauen eine gewinnbringende neue Erfahrung und wichtiger Fortschritt zu mehr Selbstwirksamkeit wäre.
Wichtig zu wissen: Therapien geht es nie um Leistungen im hergebrachten Sinn. Man muss auch nicht begabt sein, z.B. in den Kreativtherapien.
Im Gegenteil: Wenn jemand begnadeter Instrumentalist ist, ist die Musiktherapie vielleicht sogar der falsche Ort, sofern er sich nicht von dem Gedanken, Herausragendes produzieren zu müssen, lösen kann. Viele Therapien sind ganz anders, als man denkt. Tanztherapie z.B. heißt nicht, dass man Choreographien lernt und tanzt. Man arbeitet mit dem Körper zur Musik, das kann zunächst auch mit ganz wenig Bewegung sein, vielleicht nur auf Wahrnehmungsebene.
Also: Am besten ausprobieren, damit man eine vernünftige Entscheidungsgrundlage hat!
Der hauptverantwortliche Psychotherapeut führt regelmäßig die Einzelpsychotherapie durch. Diese kann sich in der Frequenz intensivieren z.B. in Expositionsphasen oder natürlich bei Krisen. Manche Patienten sind anfangs so erschöpft oder emotional belastet, dass tägliche Kurzkontakte sinnvoller sind als eine lange Psychotherapie.
Fest im Programm sind zudem vor und nach den Wochenenden Kurzgespräche, um Wichtiges aus den freien Tagen zu besprechen. Bei Bedarf ist der Psychotherapeut selbstverständlich bereit, je nach Dringlichkeit ein Zusatzgespräch zu planen, die Erreichbarkeit über das jeweilige Büro ist zudem sehr niedrigschwellig.
Neben dieser intensiven Einzelarbeit in der Psychotherapie stellen wir als Besonderheit jedem Patienten zwei Kreativtherapien im Einzel-Setting pro Woche zur Verfügung, da diese rationale Gedankenschleifen besser durchbrechen und einen emotionalen Zugang schaffen können. Sie flankieren inhaltlich die Psychotherapie, indem sich die Therapeuten gut miteinander für die Therapieziel-Erreichung abstimmen. Diese Dichte von drei Einzeltherapieformen ist außergewöhnlich.
Bei Aufnahme sind die Eltern ebenfalls willkommen und leisten einen wichtigen Beitrag, um einen guten Überblick über die Anamnese zu erhalten. Auch bei jungen Erwachsenen nehmen wir gerne die Eltern hinzu, wobei dafür die Schweigepflichtentbindung des Volljährigen erforderlich ist. Liegt eine solche Einwilligung nicht vor, müssen wir diesen Wunsch respektieren. Die Schweigepflichtentbindung kann auch während des Aufenthalts erteilt oder entzogen werden.
Ansonsten gilt: Der Patient ist die Hauptperson. Es ist wichtig, nach einem Vertrauensaufbau erst einmal ein Stück des Therapie-Weges zusammen zu gehen, ehe ein wirklich inhaltsreiches Familiengespräch Sinn macht. Informationen zum grundsätzlichen Befinden o. ä. können aber immer durch E-Mail oder Telefontermin beim Psychotherapeuten oder auf Station eingeholt werden.
Bei den tieferen Themen respektieren wir das Tempo des Patienten. Sofern er bestimmte Themen selbst noch unsicher empfindet und keine Besprechung in der Familienrunde wünscht, halten wir uns daran. Wir sprechen auch nicht ohne den Patienten über ihn. Das widerspricht unserem Motto, den Patient*innen zunehmend Eigenverantwortung zu übergeben. Wir behandeln deshalb hier keine Kinder.
Bei minderjährigen Patient*innen – und bei den jüngsten davon umso mehr – streben wir allerdings einen mindestens zweiwöchigen Kontakt mit den Eltern an, in welcher medialen Form auch immer. Spätestens bei Stellen neuer Diagnosen, oder bei Empfehlung eines Medikaments (bei Minderjährigen) und bei nahenden Erprobungsbeurlaubungen nach Hause ist ein Familiengespräch sinnvoll und erforderlich. Sollten bestimmte innerfamiliäre Schwierigkeiten im Umgang miteinander oder hinsichtlich spezifischer Aspekte bestehen, dann bieten wir auch intensivierte Familienarbeit mit häufigeren bis regelmäßigen Sitzungen an.
Sicherheit & Privatsphäre
Von Beginn an gibt es klare Zuständigkeiten und direkte persönliche Ansprechpartner: der hauptverantwortliche Psychotherapeut, im Alltag der Bezugsbetreuer, der bei Ankunft alles zeigt und erklärt, sowie ein Tutor aus der Patientenschaft, der auch die Integration mit unterstützt. Es finden zuerst nur Einzeltherapien statt, um keine Überforderung durch Konfrontation mit Gruppen zu erzeugen.
Das Patient*innenzimmer steht als Rückzugsort zur Verfügung, der allenfalls mit einem Mitpatienten geteilt wird (Einzelzimmer auf Wunsch ebenso möglich). Gegenseitige Patient*innenbesuche auf den Zimmern sind untersagt, um den Rückzug ohne Erklärungsnot zu gewährleisten.
Im Speisesaal gibt es kleine Tischgruppen und jede*r hat seinen festen Platz, ohne sich jedes Mal neu orientieren zu müssen. Die Mitarbeiter*innen des Pflege- und Erziehungsteams nehmen an den Mahlzeiten teil und stehen daher stets hilfreich zur Seite.
Alle Therapie-, Freizeit- und Schulräume sind in einem Gebäude untergebracht, die Wege sind also kurz! Der Charme unserer denkmalgeschützten Villa ist sehr einladend und wohnlich und hat keinerlei Ähnlichkeit mit klassischem Klinik-Flair. Das Gebäude ist für externe Personen verschlossen und nur mit Chip (jede*r Patient*in hat einen) zugänglich.
Der Klinikpark ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur den Patient*innen und dem Klinik-Team vorbehalten. Wir sind jugendpsychiatrisch geprägt, es gibt ungefähr doppelt so viele Mitarbeiter*innen wie Patient*innen, die Atmosphäre ist familiär und man wird sehr persönlich betreut.
Wir empfehlen zur guten Eingewöhnung, Besuche nach Möglichkeit erst ab dem zweiten oder dritten Aufenthaltswochenende durchzuführen.
Wochenenden und Feiertage sind Besuchstage, für die man auch im Sinne einer Tagesbeurlaubung einmal freigestellt werden kann (nach vorheriger Abklärung mit dem zuständigen Psychotherapeuten). Die Besuche dürfen gerne außerhalb der Klinik durchgeführt werden. Vorherige Anmeldung der Besucher*innen ist nötig. Die Besucher*innenzahl sollte im sinnvollen Rahmen weniger Personen bleiben. Neben der Kernfamilie hinaus wäre zu wünschen, sich auf positive Bezugspersonen zu beschränken. Der Kontakt zu mitgebrachten Haustieren ist außerhalb des Klinikgeländes möglich.
Alle Mitarbeiter*innen unterliegen der Schweigepflicht nach außen.
Sofern es keine Gefahr bringenden Dinge sind, berücksichtigen wir selbstverständlich auch bei minderjährigen Patient*innen, wenn sie bestimmte Themen nicht vor den Eltern ansprechen möchten.
Geheimnisse im Team gibt es aber nicht: Es ist therapeutisch nicht sinnvoll, einen Mitarbeitenden zum Geheimhalten therapeutisch relevanter Informationen vor anderen in der Therapie Mitwirkenden anzuhalten.
Selbstverständlich müssen nicht Details eines problematischen Sachverhalts (z.B. Missbrauch) im Team geteilt werden. Es wäre aber nicht möglich, nur einem Therapeuten von einem Missbrauch zu erzählen und es vor anderen geheim zu halten, denn diese Information ist so wesentlich, dass sie in allen Bereichen berücksichtigt werden muss.
Bitte nicht einfach von einer Therapie wegbleiben! Bitte zum Termin erscheinen und dem Therapeuten persönlich die Gründe erläutern. Vielleicht hat er Ideen, wie man unter Berücksichtigung der Erschwernis trotzdem eine hilfreiche Herangehensweise finden kann, die letztlich sogar entlastend wirken oder eine neue, positive Erfahrung bringen könnte.
Bei körperlicher Krankheit hingegen wird ein Arzt hinzugezogen. Wenn dieser nach Untersuchung feststellt, dass keine Therapien aufgrund des schlechten Befindens wahrgenommen werden können, wird man natürlich ärztlich befreit.



