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20. Februar 2013
Besuch Frau Huml

Offenbar bestens vorbereitet hatte sich Gesundheits-Staatssekretärin Melanie Huml (CSU) vor ihrem Besuch der Hemera-Klinik. Gezielt stellte sie Fragen nach dem bundesweit einmaligen Therapie-Angebot der Klinik.

Chefärztin Prof. Claudia Mehler-Wex und Geschäftsführer Harald Barlage betonten, dass die Hemera-Klinik 14- bis 27-Jährige unter einem Dach behandele, während im Regelfall eine strikte Trennung zwischen Kinder- und Jugendlichen-Psychiatrie sowie der Erwachsenenpsychiatrie erfolge.

 

„Probleme, die Jugendliche betreffen, enden nicht im Alter von 18 Jahren,“ sagte die Chefärztin.
Der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter bezeichnete Claudia Mehler-Wex als eine enorme Herausforderung und Quelle der Irritationen.

Auch bei jungen Erwachsenen stünden noch Schul- und Ausbildungsaspekte, familiäre und partnerschaftliche Fragen sowie die Identitätsförderung im Vordergrund. Die Kombination aus Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie berücksichtige diese besonderen Umstände. Gleichzeitig wies die Chefärztin auf das ganzheitliche Herangehen der Klinik an die Patienten hin, wobei auch Themenkreise wie soziale Kompetenz, familiäre Situation, Beruf, Freizeit und Partnerschaft hinterfragt würden.

Mit zum Therapiekonzept der Klinik gehöre ein strukturiertes Tagesprogramm, das neben der therapeutischen Arbeit auch ausreichend Raum für vielfältige Freizeitaktivitäten in der Gemeinschaft vorsehe. „Wir setzen auf lebensnahe und alltagspraktische Maßnahmen, Aktivitäten und Optimismus,“ sagte Harald Barlage. Der Geschäftsführer gab Staatssekretärin Huml den Wunsch mit auf den Weg, dass die gesetzlichen Krankenkassen dem Konzept der Klinik Rechnung tragen und die Behandlung ihrer Versicherten zulassen sollten.

15.02.2013 Von: Thomas Mäuser Saale-Zeitung

15. Februar 2013
Staatsekretärin Huml

(ikr) Bevor Staatssekretärin Melanie Huml im Telemedizinzentrum den Förderbescheid übergab (wir berichteten), besuchte sie die Klinik Hemera, die bundesweit einzige psychiatrische Einrichtung, die Jugendliche und junge Erwachsene unter einem Dach behandelt. Die psychiatrische Klinik Hemera behandelt unter anderen Störungen wie das Asperger Syndrom, Essstörungen bis hin zur Magersucht. Chefärztin Claudia Mehler-Wex (links) erläuterte das ganzheitliche Herangehen an die Probleme der jungen Leute, die oft in der Pubertät stecken, private Probleme haben und sich bei der Integration in die Gesellschaft schwer tun. Geschäftsführer Harald Barlage monierte, dass sich gesetzliche Krankenkassen dem innovativen Konzept der Privatklinik oft verweigern.

Statt Patienten den Aufenthalt hier zu genehmigen, müssen diese sich in staatlich unterstützten Kliniken anmelden und Wartezeiten von bis zu sechs Monaten in Kauf nehmen, was bei akuten Erkrankungen eine Strapaze für die Betroffenen darstellt.

Foto: Isolde Krapf
Quelle: Mainpost

23. April 2012

Psychotherapie „Was hat Dich geärgert?“, fragt Musiktherapeut Raimund Wiener. Die junge Frau holt weit aus, haut mit dem Paukenschlägel auf das blaue Plastikfass, lässt ihren Gefühlen freien Lauf. Sie ist Patientin in der Hemera Klinik, die seit Februar dieses Jahres die Klinik-Landschaft in Bad Kissingen bereichert.

Die Hemera Klinik ist keine Reha-Klinik sondern ein Akut-Haus für Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre mit seelischen Erkrankungen. Und damit bundesweit einmalig. Weil hier nicht nur Jugendliche, sondern auch junge Erwachsene therapiert werden, sagen Chefärztin Claudia Mehler-Wex und Geschäftsführer Harald Barlage.

„Erwachsenen-Psychiatrie ist eine ganz andere Welt mit ganz anderen Problemen,“ so die leitende Medizinerin weiter. Junge Leute mit Mitte 20, die in die Erwachsenenpsychiatrie landen, begegnen meist Leuten im Alter von 50 aufwärts, die zum wiederholten Male da sind. „Da werfen jüngere Menschen leicht die Flinte ins Korn,“ sagt Barlage. Außerdem bräuchten Jugendliche manchmal mehrere Therapiezyklen und müssten ansonsten, sobald sie 18 sind, in die Erwachsenen-Klinik.

An die Zielgruppe angepasst

Die Hemera Klinik hat sich auf die typischen Probleme ihrer Zielgruppe eingestellt. Es geht um Menschen, die sich noch in der Schule oder in der Ausbildung befinden oder die sich beruflich orientieren. Gerade der Übergang vom Jugend- ins Erwachsenenalter wartet mit vielerlei Problemen auf. Die Folge können unter anderem Essstörungen, Depressionen, Angst- und Zwangserkrankungen sein.

Ein typisches Problem junger Leute ist die Magersucht. „Es handelt sich um junge Menschen, die stark untergewichtig sind und dennoch abnehmen wollen, durch strenge Diät bis hin zum künstlichen Erbrechen und der Einnahme von Abführmitteln,“ erklärt die Chefärztin. In der spezialisierten psychiatrischen Klinik Hemera wird das Gewicht über die Ernährung stabilisiert, es gibt Belohnungen für das Zunehmen. „Vor allem aber arbeiten wir psychotherapeutisch an den Ursachen,“ sagt Frau Mehler-Wex.

Struktur in den Tag

Auch depressive junge Menschen, die Schule oder Arbeitsplatz nicht mehr aufsuchen, sind in der Hemera Klinik richtig. Einer der Patienten hat seine Tage nur noch im Bett zugebracht. „Hier geben wir dem Tag eine Struktur, jeder Patient bekommt einen Wochenplan mit Psycho-, Musik-, Kunst und Bewegungstherapie.“ sagt die Chefärztin. Schüler erhalten Unterricht, es gibt Arbeitstherapie in Form von Garten- und Büroarbeit. Und es gibt Freizeitangebote.

Langsam hochfahren

„Die Klinik ist gut angelaufen,“ so Claudia Mehler-Wex, auch wenn sie noch nicht voll ausgelastet ist. „Wir sind mit zehn Patienten gestartet,“ ergänzt Barlage, „wir wollten die Klinik ganz langsam hochfahren.“ Denn: Das Team ist komplett neu, musste sich erst finden. 38 Arbeitsplätze bietet die Hemera Klinik derzeit. Später werden es um die 70 sein, wenn das Haus mit 44 Patienten in den 16 Einzel- und 14 Doppelzimmern voll ausgelastet ist. Laut Barlage wird das kein Problem sein: „Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland.“

Im Moment beschränkt sich das Team der Hemera Klinik auf Selbstzahler und privat Versicherte. „Wir sind nicht im Krankenhaus-Bedarfsplan und wollen da auch nicht rein,“ betont der Geschäftsführer. Die gesetzlichen Reglementierungen wären zu groß, die Klinik müsste laut Barlage therapeutisch abspecken, um die Vorgaben der gesetzlichen Versicherungen einhalten zu können.

Überwiesen werden die Patienten von niedergelassenen Psychiatern und von Allgemeinärzten. Aber auch Familien haben sich gemeldet, die einen Jugendlichen mit psychischen Problemen in ihren Reihen haben. Mindestens sechs Wochen bleiben die jungen Patienten im Haus, doch die Therapie kann auch mehrere Monate dauern. Auch nach dem stationären Aufenthalt in Bad Kissingen werden die Patienten nicht alleine gelassen, wenn weitere Beobachtung – auch über den Hausarzt – nötig erscheint.

Die erste Patientin der Bad Kissinger Hemera Klinik hat es inzwischen geschafft, ihre psychischen Probleme zu überwinden: Sie wird in den nächsten Tagen entlassen. Ein erster Erfolg für die noch junge Klinik und ihr Team.

 

09.04.2012 Von: Thomas Mäuser Saale-Zeitung

1. März 2012

Aus drei historischen Villen wurde eine moderne Klinik

Nach umfassendem Umbau in der Rekordzeit von nur fünf Monaten nahm vor ein paar Tagen die Hemera Privatklinik für Jugendliche und junge Erwachsene mit seelischen Erkrankungen, in der Schönbornstraße ihren Betrieb auf. Auf einer Nutzfläche von 3800 Quadratmetern wurden wohnliche Zimmer für die maximal 45 Patienten zwischen 14 und 27 Jahren geschaffen sowie eine Vielzahl von Behandlungs- und Therapieräumen, Schulungs- und Gemeinschaftsräume. Im Frühjahr wird noch der Garten angelegt.

Für die optimale Durchführung des „in Deutschland einmaligen altersübergreifenden Behandlungskonzepts“, wie Chefärztin Claudia Mehler-Wex (40) betont, mussten die beiden Gründerzeit-Villen Maria Amalie und Wirbelwind sowie das rückwärtig auf dem 7800 Quadratmeter großen Grundstück stehende Haus Wahnfried – bis Juni 2011 von den Erlöserschwestern genutzt – weitestgehend entkernt und von knapp 40 Handwerksbetrieben funktionale Abteilungen in klarer Gliederung geschaffen werden. Dabei wurden allerdings die geschützten Häuser beibehalten, versichern die in Wittershausen lebenden Eigentümer Stefan Buttler und Kathrin C. Baier-Buttler, Inhaber des Würzburger Architektenbüros Planwerk. Historische Stilelemente wie die hundert Jahre alte Stuckdecke im Speisesaal oder die imposante Betonspanndecke aus den Sechzigern in der ehemaligen Kapelle wurden ebenso restauriert wie die historischen Wandvertäfelungen, die jetzt den Patientenzimmern und Gemeinschaftsräumen eine eher gemütliche Atmosphäre geben.

Denn „so viel Normalität wie möglich“ ist das Motto der Psychotherapie Klinik, die beim ersten Anblick außen wie innen kaum den Eindruck einer typischen Klinik vermittelt. „Unsere Patienten sollen sich während ihres mehrwöchigen Aufenthaltes zuhause fühlen“, ist der Chefärztin wichtig, die sich als Ärztin für Kinderpsychiatrie ihre Aufgabe mit Stefan A. Schriml (49), dem Arzt für Erwachsenenpsychiatrie, teilt. Die Trennung zwischen Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie fand Geschäftsführer Harald Barlage schon immer „zu scharfkantig“. Manchmal brauchen Jugendliche mehrere Therapiezyklen und müssen, sobald sie 18 Jahre alt sind, in die Erwachsenen-Klinik.

Barlage kennt solche Probleme aus seiner langjährigen Verantwortung als Geschäftsführer des Bad Bockleter Rehabilitations- und Präventionszentrums und der Bad Kissinger HESCURO – Klinik REGINA. Die Privatklinik soll als jüngstes Kind dieser Unternehmensgruppe langsam wachsen. Auch die 36 Mitarbeiter müssten sich erst gegenseitig kennen lernen und einarbeiten. Stress bei den Mitarbeitern würde sich schlecht auf die behandelnden jungen Patienten auswirken.

Die Klinik werde mit zehn Patienten beginnen und langsam die Warteliste abbauen. Für alle Gäste – „keiner ist selbst- oder fremdgefährdend“ – gilt ein klar strukturierter Tagesablauf und ein individuell abgestimmter Therapieplan mit Musik-, Kunst- und Arbeitstherapien.

Schulpflichtige erhalten sogar Unterricht – intern durch mobile Lehrkräfte der staatlichen Schule für Kranke oder extern in Kissinger Schulen.

Quelle: Markt, Donnerstag, 01.03.2012

29. Februar 2012

Zahlreiche Gäste gaben sich im früheren Haus Amalie ein Stelldichein

Eröffnung: Architekt Stefan Buttler (rechts) übergab den Schlüssel für die Klinik Hemera in der Schönbornstraße an Chefärztin Claudia Mehler-Wex und Geschäftsführer Harald Barlage.

Die Eröffnung der Klinik Hemera wurde am Mittwoch groß gefeiert. Das neue Haus, in dem künftig Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Erkrankungen unter einem Dach therapiert werden, hat 44 Betten und 36 Mitarbeiter. Geschäftsführer Harald Barlage beschrieb die Entwicklung der Klinikpläne und die Bauarbeiten am früheren Haus Maria Amalie als mühsame „Wanderung“, die sehr viel Kraft kostete. Mit dem Konzept beschreite man jetzt „neue Wege“, sagte Barlage. Die Einrichtung für 15- bis 27-Jährige suche in Deutschland ihresgleichen.

Chefärztin Claudia Mehler-Wex sprach über Therapiearten und Behandlungsschwerpunkte. „Positiv und lebensnah“ will sie die Patienten zusammen mit dem „multi-professionellen Team“ betreuen. Man müsse den jungen Leuten vermitteln, dass ihre Erkrankung oft nur eine Episode ihres Lebens darstellt.

Grußworte kamen von Oberbürgermeister Kay Blankenburg, Landrat Thomas Bold und der stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin Karin Renner. Architekt Stefan Buttler, der schließlich symbolisch den Schlüssel für das neue Haus an Barlage und Mehler-Wex überreichte, hatte interessante Zahlen parat: In nur fünf Monaten wurden in dem Haus in der Schönbornstraße 3800 Quadratmeter bearbeitet. Das bedeutet, dass man theoretisch 30 Einfamilienhäuser hier ausbaute.

Das Spektrum psychischer Erkrankungen stand bei Professor Andreas Warnke von der Uni-Klinik Würzburg im Mittelpunkt. Auch heute ist es seiner Ansicht nach noch immer nicht leicht, sich zu einer psychischen Erkrankung zu bekennen, weil einen die Umwelt oft ausgrenzt. Viele Erkrankte wälzen deshalb lange die Frage nach der eigenen Schuld, so Warnke weiter. Eine psychische Erkrankung sei aber meist eine Krankheit der Hirnstruktur.

Nach den orthopädischen Krankheiten steigen in Deutschland die psychischen Erkrankungen am stärksten an, erklärte der Fachmann. 2010 waren in unterfränkischen Kliniken 10 559 Patienten stationär untergebracht. In Deutschland sind nach Warnkes Angaben täglich 2,3 Millionen Kinder in psychischer Behandlung.

Quelle: mainpost.de
Autor: ikr
Foto: Isolde Krapf

24. Februar 2012
Hemera Privatklinik

In nur fünf Monaten wurden alte Wände herausgebrochen, neue verputzt, Leitungen verlegt, gehämmert und gebohrt. Doch allmählich legt sich der Staub in den Villen Maria Amalie und Wirbelwind sowie dem rückwärtig gelegenen Haus Wahnfried. Jetzt übernehmen bald die Fensterputzer das Kommando.

Denn am nächsten Mittwoch wird die neue Hemera Privatklinik für psychosomatisch erkrankte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihren Betrieb auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Grundstück an der Schönbornstraße offiziell aufnehmen.

Mit viel Liebe haben sich die beiden in Wittershausen lebenden Architekten Stefan Buttler und Kathrin C. Baier-Buttler mit ihrem in Würzburg ansässigen Architekturbüro Planwerk, das auch das neue Gesundheitszentrum an der Salinenstraße plante, als Eigentümer an die Umgestaltung ihrer neuen Immobilien herangewagt.

Im vergangenen Jahr hatte Stefan Buttler die Gründerzeitbauten den Erlöserschwestern abgekauft. Schon in ihrer Kissinger Schulzeit sei sie regelmäßig an der 1907 erbauten Villa der Hoteliersfrau Maria Amalie Wirth vorbeigekommen, erzählt Ehefrau Kathrin. In der Hemera Privatklinik, einem Tochterunternehmen der Bad Kissinger Hescuro-Klinik Regina, schräg gegenüber, und des Bad Bockleter Rehabilitations- und Präventionszentrums, fanden sie einen langfristigen Mieter.

Für die Nutzung mussten allerdings die historischen Gebäude weitestgehend entkernt werden, um ausreichend Platz für die Zimmer für 45 Patienten sowie etliche Behandlungs-, Therapie- und Gemeinschaftsräume zu schaffen. Die denkmalgeschützte Grundstruktur blieb allerdings erhalten. „Uns ging es darum, die historischen Elemente mit den Besonderheiten der medizinischen Nutzung zu vereinen“, macht Kathrin Baier-Buttler die Schwierigkeit der Aufgabe deutlich. Die hundert Jahre alten Stuckdecken im Speisesaal oder die imposante Betonspanndecke aus den Sechziger Jahren in der früheren Kapelle wurden deshalb genauso fachgerecht restauriert wie die historischen Wandvertäfelungen, die den Patienten- und Gemeinschaftszimmern eine wohnliche Atmosphäre geben.

Selbstverständlich wurden alle Gebäude mit ihrer Nutzfläche von 3800 Quadratmetern barrierefrei erschlossen, weshalb drei neue Aufzüge in den historischen Bestand eingebaut werden mussten. Die früher verwinkelten Abteilungen im Haus wurden für die künftige Nutzung klar gegliedert. Alles dies geschah unter den wachsamen Augen der Denkmalschützer, weshalb Stefan Buttler diesen ausdrücklich dankt.

„Ohne deren umsichtige Mitwirkung wäre ein solches Projekt in so kurzer Zeit gar nicht umsetzbar gewesen.“ Bis zum 29. Februar würden alle Arbeiten abgeschlossen, sind die Architekten überzeugt. Im Frühjahr käme nur noch der Garten dran.

 

Quelle: mainpost.de
Autor: svd

11. Januar 2012
Hemera Sanierung

Sanierung verzögerte sich – Behutsamer Start mit rund zehn Patienten geplant

Bad Kissingen – Eigentlich sollte die neue Klinik Hemera in der Schönbornstraße am 19. Januar in Betrieb gehen. Die Eröffnung wurde jedoch auf den 1. Februar verschoben. „Es war nicht leicht, Baufirmen zu bekommen“, sagt Geschäftsführer Harald Barlage im Gespräch mit der Main-Post. Im Februar wird der Klinikbetrieb aber dann zunächst langsam anlaufen, denn das Personal-Team von 34 Mitarbeitern soll „sich erst finden“, sagt Barlage.
Im ersten Halbjahr plant man deshalb auch eine „behutsame Aufnahme“ von lediglich zehn bis zwölf Patienten im einstigen Haus Maria Amalie, obwohl insgesamt 45 Therapieplätze für psychisch erkrankte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren angeboten werden. Seit Dezember können Interessierte aber schon mit der neuen Kissinger Einrichtung Kontakt aufnehmen, denn alles braucht seine Zeit. Schließlich müssen die Indikation des Hauses und das Krankheitsbild des Patienten übereinstimmen, muss die Kostenfrage geklärt werden, sagt der Geschäftsführer.

Abläufe erst mal trainieren

Die neue Klinik hat zwei Chefärzte: Claudia Mehler-Wex hat die medizinische Gesamtleitung und ist Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, während Stefan A. Schriml für den Bereich Erwachsenenpsychiatrie verantwortlich zeichnet. Im Juli 2011 hatte Barlage die erste Anzeige in der Zeitung geschaltet, um geeignetes Personal zu finden. 500 Bewerbungen flatterten ins Haus. Viele davon seien sehr qualifiziert und interessant gewesen, sagt er. Inzwischen stehen das Leitungsteam und die Ärzteriege, die Psychologen sowie die Pflegerinnen und Pfleger fest. Mit 34 Leuten soll der Klinikbetrieb jetzt im Februar gestartet werden.
Dabei ist für den Chef zweier Rehazentren in Bad Bocklet und Bad Kissingen ein behutsamer Anfang oberste Pflicht. Das hat sich nämlich auch seinerzeit bei der Inbetriebnahme der benachbarten Hescuro-Klinik Regina bewährt, sagt Barlage. Seiner Ansicht nach müssen bei einer Neueröffnung zunächst Abläufe trainiert und das Team harmonisiert werden, damit sich dann später auch die Patienten dort aufgehoben fühlen.
Derweil laufen die Bauarbeiten am ehemaligen Haus Maria Amalie auf Hochtouren. Das Gebäude, das ursprünglich bedarfsgerecht für die Erlöserschwestern hergerichtet worden war, musste innen eigentlich komplett entkernt und entrümpelt werden. Während das Haus einst extrem verwinkelt war, hat es jetzt laut Barlage funktional angepasste Räumlichkeiten. Neben den Patientenzimmern wurden etliche Therapie- und Behandlungsräume geschaffen. Zudem sieht das Konzept Schulräume vor, denn wer schulpflichtig ist, bekommt im Haus Unterricht oder geht an eine externe Schule.
Wichtig zu wissen: Die Hemera-Klinik ist kein Akutkrankenhaus mit geschlossener Abteilung. Psychisch schwer Kranke können hier nicht behandelt werden. Vielmehr steht die Therapie reaktiver Belastungsstörungen im Vordergrund. Schwerpunkte sind zum Beispiel Essstörungen, Angst- und Zwangserkrankungen sowie Somatisierungsstörungen.

Artikel der Mainpost vom 05. Januar 2012 von Isolde Krapf

31. Oktober 2011
Hemera aussen

THERAPIEKONZEPT In der neuen Hemera-Klinik werden Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie zusammengeführt.
Bad Kissingen – Die Gerüste sind gestellt, die Außenrenovierung weitgehend erkennbar. Die Entkernungarbeiten im Inneren sind abgeschlossen,
der Neuausbau kann beginnen. Und Harald Barlage, Geschäftsführer der neuen Hemera-Klinik GmbH, hat ein ehrgeiziges Ziel:

„Am 1. Januar soll die Klinik eröffnet werden.“ Und er ist sicher, dass das klappt.

Das wäre an sich keine Nachricht. Die steckt in dem, was in dem ehemaligen „Haus Maria Amalie“ an der Schönbornstraße verwirklicht werden soll: eine psychiatrische Klinik, die spezialisiert ist auf Kinder- und Jugendtherapie. Barlage: „Wir sind die ersten in Deutschland, die ein solches Konzept nicht nur entwickelt haben, sondern auch wirklich umsetzen.“

Das Besondere daran erläutert die designierte Chefärztin Claudia Mehler-Wex, Professorin an der Universität Ulm: „Unsere Patienten kommen aus dem Altersbereich 14 bis 27 Jahre. Damit wird in der psychiatrischen Betreuung ein Bruch vermieden.“ Denn üblicherweise wechseln Patienten, wenn sie 18 Jahre alt werden, von der Kinder- und Jugend- in die Erwachsenenpsychiatrie. Und das verkraften viele nicht, weil sie in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug sind. Außerdem ist für die Erwachsenen die Betreuung wesentlich weniger intensiv. Harald Barlage: „Die haben am Tag vielleicht drei Termine, an denen mit ihnen gearbeitet wird. Aber ansonsten sind sie auf sich selbst gestellt.“

Der Zeitpunkt, wann der Wechsel geboten ist, kann so von den Fachleuten flexibel festgelegt werden, denn beide Facharztrichtungen werden im Haus Hand in Hand arbeiten. Das Ziel der Behandlung ist nicht nur die Therapie an sich, sondern auch die Wiedereingliederung in das gewohnte familiäre, schulische oder berufliche Umfeld. Und die erfordert eine intensive und auch personalintensive Betreuung.

Die Zahlen sprechen dabei eine deutliche Sprache: Im Haupthaus werden in 14 Doppel- und 15 Einzelzimmern Plätze für 44 Patienten geschaffen werden. „Die sind natürlich nicht alle schon am Eröffnungstag da“, betont Harald Barlage – ganz abgesehen davon, dass der Klinikbetrieb erst 14 Tage später angeschoben wird und sich entwickeln muss. Aber wenn er läuft, wenn die Vollauslastung erreicht ist, dann braucht die Klinik nach ihrem Konzept 60 bis 70 Mitarbeiter. Denn es ist nicht nur der klinische und der Verwaltungs- und Organisationsbereich abzudecken, sondern auch der sozialpädagogische. „Wenn die jungen Leute wieder Spaß an ihrem Leben bekommen sollen, dann können wir sie nicht sich selbst überlassen“, betont Claudia Mehler-Wex, „dann müssen wir ihren Tag strukturieren und für sie individuelle Aktivitäten in Schule und Beruf entwickeln und anbieten. „Und das ist sehr personalintensiv, erfordert die Präsenz der verschiedensten Berufe. Denn die jungen Leute sollen, wenn sie in ihrer Therapie so weit sind, mit kleinen Praktika wieder an ihren Beruf herangeführt werden, wenn Realitätskontrolle und Belastungserprobung grünes Licht signalisieren. Und Kinder, die noch in die Schule gehen, dürfen den Anschluss an den Unterricht nicht verlieren, denn schließlich werden sie, so Mehler-Wex, mindestens sieben Wochen in der Hemera-Klinik bleiben: „Mit den Schulleitern in der Stadt sind bereits die einschlägigen Gespräche geführt worden. Die sind in Sachen Gastschüler alle sehr kooperativ. Und Kinder, die aus der Region kommen, können auch in ihre angestammten Schulen gehen.“

Eine Akutstation beispielsweise für suizidgefährdete oder gewaltbereite Kinder wird es in der Hemera-Klinik nicht geben. Behandelt werden hier die „klassischen Störungen wie Ess- oder Angststörungen, Depressionen, zwanghafte Persönlichkeitsstörungen, Anpassungsschwierigkeiten, Probleme in der Alltagsbewältigung. „Die Kinder, die zu uns kommen, sind in einer vulnerablen Phase zu uns. Da kommen Pubertät, Loslösung von der Familie, Berufseintritt und viele andere Faktoren zusammen“, sagt die Chefärztin. Wenn sie kommen können: Die Warteliste reicht für ein halbes Jahr.

Saale Zeitung, 20. Oktober 2011 – Thomas Ahnert

28. Juli 2011
Hemera Klinik

Bewilligt Das „Haus Maria Amalie“ soll eine psychosomatische Klinik für Jugendliche werden.
Bad Kissingen – „Ich bin froh, wenn wir an dieser Stelle eine schnelle Neunutzung finden“, sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD). Worauf er mit dieser Bemerkung zielte, war die ehemalige Kuranstalt „Haus Maria Amalie“ der Erlöserschwestern in der Schönbornstraße.
Die Reha-Klinik Recuro auf der anderen Straßenseite will aus diesem dreiteiligen Gebäudekomplex eine Anstalt für seelisch erkrankte junge Menschen machen. Außerdem soll die bis gestern bestehende Kapelle des Hauses zu einem Mehrzweckraum umgewidmet und umgebaut werden.
Da das Vorhaben den Festsetzungen des „Bebauungsplans Sondergebiet Kurgebiet“ nicht zuwiederläuft, stimmte der Bauausschuss dem Vorhaben einstimmig zu.
Keine Einwände hatte der Ausschuss auch gegen den Antrag der Firma RPE Technologies GmbH, an der Columbiastraße zwischen bbz und neuapostolischer Kirche ein Verwaltungsgebäude errichten zu dürfen. Produzieren lässt die forschungsgeprägte Firma ihre Produkte in Oberfranken. Aber wie Wirtschaftsförderer Malte Tiedemann mitteilte, ist auch da eine Verlagerung nach Bad Kissingen im Bereich des Denkbaren. Denn die Firma hat sich ein Vorkaufsrecht für die benachbarten Grundstücke gesichert.
Nachrichtlich, nicht zum Beschluss, teilte Stadtplaner Wolfgang Russ dem Ausschuss mit, dass ein Interessent im ehemaligen „Wernerbräu“ am Marktplatz drei barrierefreie Geschäfte und Wohnungen einbauen will.

Link: Saale Zeitung, Donnerstag 28.07.2011

26. Juli 2011
Hemera Innen

45 Therapieplätze für psychisch erkrankte Jugendliche und junge Erwachsene

Hemera-Klinik: Bald finden hier psychisch erkrankte Jugendliche und junge Erwachsene Hilfe.

Die Pläne, Therapieplätze für psychisch erkrankte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren anzubieten, sind weit gediehen. Harald Barlage, Chef zweier Rehazentren in Bad Bocklet und Bad Kissingen, wollte die neue Hemera-Klinik eigentlich woanders einrichten, doch als das Haus Maria Amalie frei wurde, war das eine willkommene Gelegenheit. Das Konzept sieht in der Schönbornstraße ab 1. Januar 2012 insgesamt 45 Plätze vor. Am heutigen Dienstag will sich der städtische Bauausschuss damit befassen.

Die Trennung zwischen Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie fand Barlage schon immer „zu scharfkantig“: Sobald man 18 ist, wird man in der Klinik der Erwachsenen therapiert. Für viele Erkrankte sei das kontraproduktiv, sagt der Geschäftsführer. „Die psychischen Probleme manifestieren sich.“ Manchmal brauchen Jugendliche mehrere Therapiezyklen und müssten dann, wenn sie volljährig wurden, beim zweiten Aufenthalt in die Erwachsenen-Klinik wechseln. Die durchlässige Altersstruktur in der neuen Klink ist laut Barlage in dieser Form neu und „kommt den jungen Menschen entgegen“.

„So viel Normalität wie möglich, so wenig Psychiatrie wie nötig“

Claudia Mehler-Wex Chefärztin der Hemera-Klinik

Eine solche altersübergreifende Einrichtung ist „einmalig in Deutschland“, sagt die künftige Hemera-Chefärztin Claudia Mehler-Wex im Gespräch mit der Main-Post. Die 39-Jährige hat seit 2007 eine Professur an der Uni Ulm und weiß aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit, dass es jungen Leuten heute schwerer fällt als früher, sich selbst zu finden.

Kinder und Jugendliche würden in der modernen Gesellschaft viel früher mit der Erwachsenenwelt konfrontiert. Aber auch die informelle Überflutung, nicht zuletzt durchs Internet, generiere Probleme, welche jungen Leuten in der Pubertät zu schaffen macht, sagt die Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Mittels einer„sehr aktiven motivierenden Therapie“ will man in Bad Kissingen den jungen Leuten dazu verhelfen, wieder positiv nach vorn zu schauen, sagt Mehler-Wex.

Dabei gilt: So viel Normalität wie möglich, so wenig Psychiatrie wie nötig. Jeder Patient bekommt seinen individuellen Therapieplan. Musik-, Ergo-, Kunst- und Arbeitstherapien gehören zum Grundangebot. In der Freizeit kann man sporteln oder kreativ sein. Wer noch schulpflichtig ist, bekommt Unterricht, entweder im Haus oder an externen Schulen, erklärt die Chefärztin. „Aber auch in der Berufsfindung wollen wir die Jugendlichen unterstützen.“

Eines macht Mehler-Wex jedoch gleich klar: „Wir sind keine akute Versorgungsklinik.“ Eine geschlossene Abteilung gibt es nicht. Psychisch schwer Kranke könnten in der Hemera-Klinik nicht behandelt werden. Vielmehr werden hier „reaktive Belastungsreaktionen“ therapiert, so Mehler-Wex. Schwerpunkte sind beispielsweise Essstörungen, Angst- und Zwangserkrankungen, sowie Somatisierungsstörungen.

Vor gut einer Woche schaltete Barlage die erste Anzeige in der Zeitung, um geeignetes Fachpersonal anzusprechen. „Wir suchen sehr früh Personal, um die Leute zu erreichen, bevor sie in Urlaub fahren.“ Die Einstellungsgespräche könnten Ende August oder Anfang September stattfinden. 30 bis 35 Personen werden in der Klinik angestellt.

Nach einer positiven Entscheidung des Bauausschusses, könnte es schon ein paar Wochen später mit der Sanierung des Hauses Amalie losgehen, sagt Barlage. Das Gebäude muss entkernt und den neuen Bedürfnissen entsprechend ausgebaut werden. Selbst wenn die Klinik am 1. Januar eröffnet wird, will der Geschäftsführer „alles ganz langsam anlaufen lassen“. Das habe sich auch in der Recuro-Klinik bewährt. Erst einmal soll das Personal sich einarbeiten und die Abläufe des Hauses kennenlernen, bevor eine maximale Belegung angestrebt wird.

Quelle: Mainpost