
.. im Gegenteil: Heranwachsen ist eine der herausforderndsten Lebensphasen überhaupt!
Die eine Seite: Sich integrieren bei Peers, ins Schul- und Gesellschaftssystem. Die andere Seite: Herausfinden, wer man ist, was man will und wovon man sich abgrenzen sollte.
Schulstress, soziale Probleme, Beziehungsthemen, „Abnabeln“, Zukunftsentscheidungen, Medienflut – es muss nicht „das eine Trauma“ geben, warum Depression entsteht. Oft sind es viele kleinere und größere Sorgen und Belastungen – bis zu einem Punkt, an dem Erschöpfung, Antriebsmangel, Lustlosigkeit und Traurigkeit eintreten. Und weil das nicht sein soll…
… wird es manchmal übersetzt in Gereiztheit, Stimmungsschwankungen und Wut.
… Oder zeigt sich psychosomatisch mit körperlichem Unwohlsein.
… Oder wird abgewehrt durch Aktionismus – wer sich viel um Andere/s kümmert, muss sich nicht mit sich selbst beschäftigen und scheint noch zu „funktionieren“.
Wenn es ganz schwer auszuhalten ist, kommen möglicherweise Alkohol, Drogen oder Selbstverletzungen zum Einsatz, um den Druck abzubauen. Oder viel Zeit im Internet verbringen – um sich abzulenken.
Was hilft dann?
Sprechen! Mit einem realen Menschen!
Wenn es echte Freunde gibt oder vertraute Menschen in der Familie, kann ein offener Austausch erleichtern. Manches lässt sich so vielleicht sogar lösen. Wenn nicht, bitte daran denken: Verwandte oder Freunde können nicht therapieren! Bitte dann einen Schritt weiter gehen, zum Haus- oder Kinderarzt (der hat – außer bei Selbst- oder Fremdgefährdung – Schweigepflicht auch bei Minderjährigen), zum Vertrauenslehrer oder Schulpsychologen, zu einer Beratungsstelle vom Jugendamt. Dort kann eine Einschätzung und Beratung erfolgen für evtl weitere Unterstützung. Das könnte sein: eine diagnostische Abklärung und ggf Therapie beim Facharzt für Kinder- und Jugend/Psychiatrie oder bei einem Psychotherapeuten. Oder ein alltagsnahes Coaching durch einen persönlich zugeteilten Mitarbeiter des Jugendamts. Oder eine Familienberatung oder -therapie, wenn dort Probleme bestehen.
Bei schwerer Depression ist manchmal der Alltag nicht mehr möglich. Dann ist eine stationäre Behandlung das Richtige – auch wenn das erst einmal Respekt einflößt, Aber: durch die Vielfalt und Dichte der therapeutischen Angebote kommt man so in der Regel viel schneller wieder auf die Beine, als es lange zu verschleppen.
Ein Drittel aller Menschen hat im Laufe des Lebens eine psychische Erkrankung.
Bei so viel Herausforderungen in einem relativ kurzen Lebensabschnitt ist logisch, dass das Risiko besonders bei jungen Menschen erhöht ist. Bei sensiblen Jugendlichen umso mehr!
Es gilt:
Je früher gehandelt wird, desto besser ist die Prognose!
In diesem Alter gibt es so viel Entwicklungspotenzial, dass Krisen oft als einmalig „abgehakt“ werden können – zumal man in der Therapie so Vieles über sich selbst und über Selbststabilisierung lernt, dass man gut gewappnet ist für alles Weitere.
Ganzheitliche Therapie heißt übrigens:
Gute innere Anlagen fördern, Lösungsstrategien und Kompetenzen üben, Selbst-Bewusstsein entwickeln, äußere Belastungsfaktoren verändern, schwierige Beziehungen klären, passende Perspektiven finden, Selbstfürsorge lernen u.v.m.


