Jetzt NEU: Schematherapie

Suchen
Suchen

Klinik für Zwangsstörungen


Behandlung von Zwängen in der Klinik

Gerade unter Zwängen leidende Menschen, die bereits eine lange Krankheitshistorie aufweisen, könnten durch einen stationären Aufenthalt in einer psychiatrischen Fachklinik die erforderliche Distanz zum Alltag gewinnen, um ihre Zwänge zu bewältigen. Dabei kommt dem Vertrauen in die Ärzte und Therapeuten eine zentrale Bedeutung zu.

Vor allem am Beginn einer Behandlung, wenn es zunächst um die Diagnose geht, müssen die Betroffenen offen mit ihren Problemen und Belastungen umgehen, um zusammen mit den Therapeuten genau herauszufinden, um welche Art von Zwang es sich handelt und welche seelischen Beeinträchtigungen bestehen, die möglicherweise ebenfalls in der Therapie berücksichtigt werden müssen. Wichtig für die weitere Behandlung ist die sorgfältige Ausarbeitung einer Hierarchie, d.h. eine konkrete Stufenleiter vom am einfachsten unterlassbaren Zwang bis hin zum völlig unabdingbaren Zwang. Diese Stufen können dann in Expositonsübungen abgearbeitet werden.

Es kommt nicht selten vor, dass Zwangspatienten auch unter Depressionen leiden. Dies ist oft eine Folge des langen Leidenweges, den die Patienten hinter sich haben. Die depressiven Zustände äußern sich in Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifeln, da sich die Betroffenen über viele Jahre hinweg ihrer Zwangserkrankung völlig ausgeliefert gefühlt haben. Darüber hinaus sind die Zwangserkrankungen auch sehr mit ausgeprägten Ängsten verbunden. Beispielsweise Menschen, deren tägliche Handlungen von einem starken Kontrollzwang dominiert werden, haben dementsprechend eine starke Angst vor Kontrollverlust. Aber auch im Hinblick auf andere Ängste sollte eine diagnostische Abklärung erfolgen, damit ihre Behandlung Eingang in die Therapie und Behandlung der Zwangsstörungen finden kann.

Klinik Hemera

Psychotherapie mit verschiedenen Elementen

Die psychotherapeutische Behandlung, um Zwänge zu überwinden, setzt sich aus zahlreichen Bausteinen zusammen. Bei der am Anfang einer Therapie stehenden Psychoedukation steht vor allem die Aufklärung der Patienten über ihre Erkrankung – möglicherweise auch unter Einbeziehung nächster Angehöriger – im Vordergrund. Dabei geht es um die Fragen, was unter einem Zwang im psychotherapeutischen Sinne zu verstehen ist, welche Ursachen er haben kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Funktionsanalyse zur Behandlung von Zwängen in der Fachklinik

Ein weiteres Element ist die Funktionsanalyse. Sie bildet die Basis, um in enger Kooperation zwischen Patient und Therapeut herauszufinden, welche Bedürfnisse, wie beispielsweise Sicherheit und Unversehrtheit, sich der Erkrankte mit seinem Zwang erfüllt. Darüber hinaus können von den Patienten angefertigte „Zwangsprotokolle“ hilfreich sein. Darin vermerken sie die ihnen anhängigen Zwänge und versuchen zu äußern, welche Befürchtungen damit verknüpft sind.

Durch die gemeinsame Analyse mit den Therapeuten wird es möglich gemacht, alternative Denk- und Verhaltensweisen zu entwerfen. Dies ist von großer Bedeutung vor allem vor dem Hintergrund, dass manche Zwänge aus einer eigentlich sinnvollen Haltung, wie beispielsweise Kontrolle in schwierigen Situationen oder großes Augenmerk auf die Gesundheit der Familie, entstanden sind. Daher gilt es, ein Alternativverhalten zu finden.

Zwangskonfrontation unter klinischer Aufsicht

Die bewusste Konfrontation mit den Zwängen – um sie möglicherweise wirklich überwinden zu können – findet bei der Exposition statt. Dabei werden die Betroffenen den Zwangshandlungen oder Zwangsimpulsen ausgesetzt. Diesem therapeutischen Baustein muss allerdings voraus gehen, dass die Auslöser für die Zwänge genau analysiert und bekannt sind.

Auch wird eine Hierarchie erstellt, welche Zwänge eher schwach und welche stark ausgeprägt sind. An dieser Stufenleiter orientiert, werden, mit therapeutischer Unterstützung, das Zwangsverhalten oder die Zwangsgedanken schrittweise abgebaut. Das Unterlassen von Zwängen löst Ängste aus. Die Erkenntnis, dass diese unberechtigt sind, unterstützt daher den Abbau des pathologischen Musters.