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Depressive Störungen


Depressive Störungen entsprechen bei jüngeren Patienten oft nicht dem Erscheinungsbild bei Erwachsenen. An Stelle einer durchgängigen Herabgestimmtheit wie bei Erwachsenen können im jüngeren Alter eher Gereiztheit, Stimmungsschwankungen oder sogar Aggressivität im Vordergrund stehen. Appetit- und Schlafstörungen sind in allen Altersstufen charakteristisch, allerdings bei Minderjährigen eher in Form eines ausgeprägt erhöhten Schlafbedarfs. Leistungsschwierigkeiten, sozialer Rückzug, Interessenverlust und Antriebsschwäche sind häufige Begleitsymptome (Symptome bei Depressionen). Suizidgedanken können eine Rolle spielen; bisweilen wird als Selbsthilfeversuch zu Drogen oder Alkohol gegriffen. Derartige Einschränkungen hemmen den gerade bei Heranwachsenden wichtigen Prozess der Identitätsfindung, Reifung und gesellschaftlichen Integration.

 

Was tun wir?

Kernziele der Depressionstherapie umfassen generell

 

  • den Abbau belastender Faktoren,
  • den Aufbau positiver Aktivitäten,
  • die Strukturierung des Alltags,
  • die Förderung von positiven Fähigkeiten,
  • das Training sozialer Kompetenzen,
  • das Erlernen von Problemlösestrategien,
  • die Veränderung negativer Grundeinstellungen und Denkweisen,
  • die Steigerung von Selbstsicherheit und Selbstwert.

Pragmatische, alltagsorientierte Vorgehensweise bei der Therapie

Wir legen gerade bei depressiven Erkrankungen größten Wert auf eine pragmatische, alltagsorientierte Vorgehensweise, die den Patienten möglichst rasch in seine Lebensbezüge zurückbringt. Die oben genannten Zielsetzungen werden in Einzel- und Gruppentherapien erarbeitet. Gerne beziehen wir Familie oder sonstige wichtige Bezugspersonen mit ein. Sollte unterstützend eine Medikation sinnvoll sein, werden wir dies mit Ihnen ausführlich besprechen, damit Sie eine vollständige Entscheidungsgrundlage haben. Im Rahmen des Klinikunterrichts oder der Arbeitstherapie kann das Leistungsniveau behutsam geprüft bzw. die Belastbarkeit in kleinen Schritten gesteigert werden. Krankheitsbedingt entstandene Lücken im Lernstoff können durch die individuelle Beschulung soweit als möglich aufgeholt werden. Sollten Berufsfindungsfragen oder die weitere Ausbildungsplanung Thema sein, stehen Ihnen unsere Sozialpädagog/inn/en gerne beratend und aktiv unterstützend zur Seite.

Individuell zusammengestellte Therapien

Aktivierung, Motivation und Anregung sowie Problembearbeitungen auf nonverbalem Wege können durch individuell zusammengestellte Kreativtherapien (z.B. Kunst-, Tanz-, Musik-, Bewegungstherapie) unterstützt werden. Durch das vielfältige Freizeitangebot soll Interesse geweckt und zum „Sich-Ausprobieren“ eingeladen werden. Das gesamte Konzept ist darauf ausgerichtet, Hilfe zur Selbsthilfe zu vermitteln und die Selbstständigkeit des Patienten bald wieder herzustellen. Ganzheitlich sollen alle mit der Erkrankung zusammenhängenden Lebensbereiche (u.a. Ausbildung, Familie/Partnerschaft, soziale Kontakte, Freizeitgestaltung) günstig gebahnt werden.
Die Entlassung wird sorgfältig vorbereitet durch therapeutische Beurlaubungen, innerhalb derer im eigenen Alltag die Stabilität erprobt wird und die erworbenen Kompetenzen zur Anwendung kommen. Auch hier befürworten wir die Beteiligung wichtiger Bezugspersonen, um ein stabiles, stützendes Umfeld zu gewährleisten.