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Behandlungsansätze bei Asperger-Syndromen in der Klinik


Wie wird das Asperger-Syndrom grundsätzlich behandelt und was bietet die HEMERA-Klinik Ihnen an?

Zur Behandlung von frühkindlichem Autismus gibt es zwar gute, pädagogisch orientierte Programme; zur Behandlung des Asperger-Syndroms existieren bisher aber kaum verbindliche Therapiemanuale. Eine Behandlung muss daher immer aus ganz verschiedenen Bausteinen für einen bestimmten Patienten zusammengesetzt werden, wobei die Verhaltenstherapie eine zentrale Rolle einnimmt.
Ganz wichtig ist zu erwähnen, dass Autismus generell und das Asperger-Syndrom im Besonderen eigentlich keine psychiatrischen Erkrankungen im engeren Sinn sind, denn letztere lassen sich oft heilen. Die Sichtweise vom Asperger-Syndrom als einer Behinderung ist hier hilfreicher, denn die Betroffenen werden ihre Defizite oft nicht oder nur zu einem gewissen Grad kurieren können – aufgrund ihrer oft guten Intelligenz können sie aber lernen, die Defizite zu kompensieren. Ein Beispiel: Asperger-Autisten halten von sich aus oft gar keinen Blickkontakt, und wenn sie erkannt haben, dass dies die Mitmenschen stört, verfallen sie eventuell in ein ebenfalls vom Gegenüber als unangenehm empfundenes Anstarren beim Gespräch. Mit Mühe und Anleitung lässt sich ein „normaler“, modulierter Blickkontakt aber sehr wohl lernen, auch wenn das intuitive Verständnis dafür fehlt.
Eine stationäre Behandlung ist in bestimmten Lebenssituationen besonders indiziert, z.B. wenn die Schulsituation sehr festgefahren ist oder erhebliche Schwierigkeiten bei der Berufswahl oder Bewältigung eines Studiums bestehen. Es ist aber auch klar, dass im stationären Rahmen nur ein kleiner, wenngleich hoffentlich zentraler, Teil der gesamten Behandlung erfolgen kann.
Eine große Hilfe ist es oft schon, nach Diagnosestellung ausführlich über die Störung zu informieren. Dies wird von Betroffenen und deren Familien meist als sehr entlastend empfunden, denn Eltern und Familienmitglieder erleben bei sich oft Unverständnis oder Wut über die vermeintlich unwilligen Betroffenen, die immer wieder an für Nicht-Betroffene einfachen Aufgaben und Anforderungen scheitern.
Sinnvoll ist auch eine Einordnung des Schweregrades, denn nicht jede Asperger-Störung ist unbedingt behandlungsbedürftig. Jeder Mensch hat auch das Recht zur Unangepasstheit; der Behandlungsbedarf ergibt sich nicht aus der Störung selbst, sondern aus dem Leidensdruck der Betroffenen. In diesem Zusammenhang ist mehr als bei anderen psychischen Störungen eine Betrachtung nicht nur der Schwächen, sondern auch der Stärken bzw. Ressourcen wichtig. Denn ein gezieltes Nutzen der Stärken (z.B. hervorragender Sinn für Details) kann zur Kompensation der Schwächen (z.B. fehlender Sinn für die sozialen Zusammenhänge) nutzbar gemacht werden. Ein Beispiel: wenn ich nicht spüre, dass ich jemanden verärgert habe, kann ein genaues Erkennen der Mimik auch zu der Erkenntnis führen, dass da gerade etwas in der Kommunikation schief gelaufen ist.
In der Psychotherapie sind Maßnahmen zur Schulung der sozialen Kompetenz von entscheidender Bedeutung. Dazu gehören das Üben der emotionalen Selbst- und Fremdwahrnehmung, das Üben sozialer Situationen und die Arbeit am eigenen Gefühlsausdruck. Neben Einzeltherapie ist der Austausch mit anderen Asperger-Patienten speziell hilfreich, da sich die Betroffenen dort einmal als Teil einer Gruppe mit ähnlichen Eigenschaften und nicht wie so oft sonst als Außenseiter erleben können. Auch wenn ein Teilnehmer einen speziellen Kniff zur Anpassung an „die Welt da draußen“ an einen Mitpatienten erfolgreich weitergeben kann, sind diese Erlebnisse für beide Seiten selbstwertstärkend. Solche Gruppen werden an Autismus-Zentren z.T. ambulant angeboten. In unserer Klinik besteht ein Diagnose-gemischtes Setting, so dass unterschiedliche Erkrankungsbilder zusammenkommen, was für Einzelne mit Asperger-Syndrom auch eine zu hohe Hürde bedeuten kann. Dies sollte im Vorfeld abgewogen werden. Andererseits kann es sehr hilfreich sein für Erkenntniszugewinne im Umgang mit Nicht-Aspergern. 
Ergänzend verwenden wir kreativ-therapeutische Angebote aus den Bereichen Kunst, Musik, Körpertherapie und Bewegung, um auf nicht-sprachlichem Weg einen Zugang zur eigenen Wahrnehmung und Gefühlswelt aufzubauen bzw. zu verstärken – auch damit können wir zur Verbesserung von Kommunikationsproblemen anleiten.
Schließlich können wir im Rahmen unserer klinikeigenen Sozialarbeit mit den Patienten und Familien geeignete Schulen oder Ausbildungsmöglichkeiten suchen. Die Beratung des unmittelbaren Umfeldes zum Umgang mit den Betroffenen kann auf Wunsch das Angebot abrunden.
Durch unsere Ausrichtung auf Jugendliche und junge Erwachsene bieten wir eine altersentsprechende Umgebung mit einem breiten Freizeitangebot sowie vielen Möglichkeiten, mit Gleichaltrigen im geschützten Rahmen den Umgang zu üben.

Wichtige Informationen zur Behandlung von Asperger-Autismus in der HEMERA Klinik:

Die Behandlung erfolgt in einem diagnoseübergreifenden Setting, dies bedeutet, dass es keine spezifische Station für Asperger-Patienten gibt. Um vom Aufenthalt zu profitieren, sollten folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Befähigung, sich auf die neue Umgebung einer Klinik einlassen sowie sich von Bezugspersonen längerfristig räumlich trennen zu können. Eine Mitaufnahme von Bezugspersonen ist nicht möglich, auch sind keine täglichen Besuche vorgesehen.
  2. Die Fähigkeit, psychotherapeutisch an sich zu arbeiten (Voraussetzung: ausreichende Begabung, Reflexionsfähigkeit).
  3. Das Vorhandensein eines Problembewusstseins, eines eigenen Behand-lungsauftrages durch den Betreffenden selbst, nicht nur von Seiten der Angehörigen.
  4. Die genaue Formulierung der Zielsymptome, um Machbarkeiten realistisch einzuschätzen. Ggf. kann ein begrenzter Probeaufenthalt zur Klärung beitragen.
  5. Eine Zielsymptomatik, deren Behandlung in einer vom Alltag entfernten Umgebung wie der Klinik therapeutisch machbar ist und vom Betreffenden in seinen Alltag transferiert werden kann. Ansonsten ist eine heimatnahe Behandlung sinnvoller.
  6. Die Berücksichtigung der Grenzen einer Behandlung: Soziale Kompetenzen sind nur verbesserbar, die Autismus-Besonderheiten nicht vollständig behebbar. „Zwänge“ gehören bis zu einem gewissen Grad zum Störungsbild und sind nicht immer mit den gleichen Strategien wie bei klassischen Zwangsstörungen zu beheben, auch kommt es häufiger zu Symptom-Verschiebungen. Soziale Ängste können nicht vollständig aufgelöst werden.

In einem orientierenden Vorgespräch lässt sich am besten klären, ob die HEMERA-Klinik der geeignete Rahmen für die Behandlung sein könnte

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